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Sie möchten in unseren Presseverteiler aufgenommen werden? Schreiben Sie an Karoline Gollmer
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ACHTUNG SPERRFRIST - DONNERSTAG, 02.04.2026, 16:00 UHR
Ein breites Bündnis aus dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), der DGB-Jugend, Fridays for Future, dem Landesjugendring, dem Jugendrat für Klima & Nachhaltigkeit Baden-Württemberg, dem Fahrgastbeirat, dem Landesjugendbeirat, dem Dachverband der Jugendgemeinderäte sowie dem Landesschüler*innenbeirat fordert die Rückkehr zum 365-Euro-Ticket für junge Menschen im Land.
Nach stufenweisen Preiserhöhungen kostet das D-Ticket JugendBW inzwischen 540 Euro im Jahr. Das lässt junge Menschen im Stich. Dabei dürfen Minderjährige noch nicht selbstständig Auto fahren, und die jungen Menschen, die es dürfen, können es sich nicht immer leisten. Baden-Württemberg steht nach der Landtagswahl kurz vor den Koalitionsgesprächen. „Jetzt werden die Weichen gestellt“, so Fidelis Stehle BDKJ Landesvorsitzender, „Wer Regierungsverantwortung übernehmen will, muss hören, was junge Menschen bewegt: Das 365 Euro-Jugendticket.“ „Die Politik muss anfangen, junge Menschen systematisch in die Mitte des Diskurses zu rücken – wir sind Teil der Zukunft. Wer uns ernst nimmt, darf unsere Mobilität nicht durch hohe Preise einschränken“, erklärt Abdirahman Ahmed, der Vorsitzende des Landesjugendbeirats.
Sandy Schüler, Bezirksjugendsekretärin der DGB-Jugend, unterstreicht: „Vor allem Auszubildende haben in der Regel deutlich weniger Geld zur Verfügung und müssen jede Ausgabe genau durchdenken – zeitgleich müssen sie zur (Berufs-)Schule, zum Betrieb oder zur Einsatzstelle kommen.“
Gefordert wird ein mindestens landesweit gültiges Ticket für 365 Euro pro Jahr – also 1 Euro pro Tag – für junge Menschen, insbesondere Schüler*innen, Studierende, Auszubildende, Freiwilligendienstleistende sowie Juleica-Inhaber*innen. „Viele Schüler*innen fahren nur wenige Busstationen zur Schule und müssen dafür 540 Euro bezahlen – das ist unverhältnismäßig!“ erklärt Martina Krattenmacher, Vorständin des Landesjugendring BW. Simon Gottowik, Mitglied im Fahrgastbeirat Baden-Württemberg, ergänzt: „Aus Sicht der Fahrgäste ist klar: Mobilität muss bezahlbar sein. Die Rückkehr zum 365-Euro-Jugendticket wäre deshalb ein Gamechanger für viele junge Menschen und ihre Familien - ganz besonders angesichts der aktuellen Spritpreise."
Mobilität ist ein Grundbedürfnis und darf kein Luxus sein. „Wir werden bei der Wehrpflicht nicht gefragt, unsere Sorgen beim Klimawandel werden nicht ernst genommen, in der Corona-Zeit haben wir für alle zurückgesteckt und auf Bildung verzichtet – es ist schlicht und ergreifend ungerecht und auch ein bisschen frech, uns jetzt durch ein teures Jugendticket gesellschaftliche Teilhabe zu erschweren“, so der Vorsitzende des Landesschülerbeirates, Joshua Meisel.
Gleichzeitig ist der öffentliche Nahverkehr ein zentraler Baustein für wirksamen Klimaschutz. Gerade junge Menschen lassen sich mit überzeugenden Preisen und verlässlichen und qualitativen Angeboten langfristig für den ÖPNV gewinnen. Wer früh positive Erfahrungen mit Bus und Bahn macht, nutzt diese Angebote ein Leben lang. „Ein 365-Euro-Ticket für junge Menschen und eine Stärkung des ÖPNV im ländlichen Raum sind nicht nur Teil der Daseinsvorsorge, sondern zugleich eine soziale und klimapolitische Investition in die Zukunft Baden-Württembergs“, betont Fidelis Stehle, BDKJ-Landesvorsitzender.
Jonas Klein vom Jugendrat für Klima & Nachhaltigkeit Baden-Württemberg sagt: „Gerade für junge Menschen gibt ein Ticket, was nicht nur für den eigenen Verbund gilt, die Flexibilität, die es für einen dauerhaften Umstieg auf den ÖPNV braucht. Nur so können wir eine nachhaltige Mobilität gestalten."
„Baden-Württemberg verfehlt seine Klimaziele im Verkehrssektor deutlich. Für eine konsequente Verkehrswende braucht es einen für alle günstigen und attraktiven öffentlichen Nahverkehr. Ein 365-Euro-Jugendticket ist dafür ein zentraler Schritt“, ergänzt Greta Waltenberg, Pressesprecherin von Fridays for Future Baden-Württemberg.
Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, organisierten die Verbände und Organisationen am 2. April um 16 Uhr eine öffentlichkeitswirksame Aktion vor dem Landtag in Stuttgart. Sie hielten ein überdimensionales „365-€-Ticket“ in die Höhe. Zusätzlich hielten sie ein großes Plakat mit der Aufschrift „Was junge Menschen“ direkt neben dem gut sichtbaren „bwegt“-Schriftzug, der auch auf Zügen im Ländle zu sehen ist. Das Motiv macht deutlich, dass es um die konkreten Lebensrealitäten und Zukunftschancen junger Menschen geht.