Gemeinsam für ein jugendgerechtes Baden-Württemberg

#VisionJungesBW

In Baden-Württemberg leben etwa 11 Millionen Einwohner*innen. Rund 3 Millionen von ihnen sind unter 27 Jahren. Wir vetreten ihre Interessen. Unsere jugendpolitische Visionen für die nächste Legislatur des Landtags von Baden-Württemberg.

Kampagnen

Kontakt

Gesamtsteuerung Buddy Dorn 0711 1644712
Methoden und inhaltliche Begleitung Daniela Bold 0711 1644711
Karoline Gollmer 0711 1644742

Der Jugendcheck zur Landtagswahl 2026

Was sagen die Parteien konkret zu unserer #VisionJungesBW?

Wir haben den aktuell im Landtag vertretenen demokratischen Parteien Fragen rund um unsere #VisionJungesBW gestellt. Dieser Jugendcheck zur Landtagswahl – oder auch Wahlprüfsteine genannt – soll euch ein besseres Bild davon vermitteln, wie sich die Parteien für ein jugendgerechtes Baden-Württemberg, die Stärkung der Strukturen der Jugendarbeit und die Stärkung des Ehrenamts einsetzen wollen.

Die Antworten lest ihr unter den verschiedenen Themen-Überschriften jeweils mit Klick auf den Namen der Partei. Die Sortierung wurde anhand aktueller Fraktionsstärke vorgenommen und stellt keine Wertung unsererseits dar. Wir veröffentlichen die einzelnen Themen schrittweise.

Jeweils unter den Antworten findet ihr die Bilder, in denen wir stichpunktartig die Antworten für Social Media zusammengefasst haben.

Hinweis: von der CDU liegen uns bisher noch keine Antworten vor. Wir ergänzen diese hier, sobald wir sie haben. Für Social Media haben wir Inhalte aus dem Wahlprogramm herangezogen.

Mobilität

Wie setzen sich die GRÜNEN Baden-Württemberg dafür ein, dass junge Menschen klimafreundlich, selbstbestimmt und unabhängig vom Wohnort mobil sein können?

Mobilität ist eine Voraussetzung für gesellschaftliche, kulturelle und berufliche Teilhabe. Sie verbindet Menschen mit Orten, mit Chancen, mit Alltag und trägt dazu bei, soziale Ungleichheiten abzubauen. Kinder und Jugendliche sind besonders auf bezahlbare und umfassend barrierefreie Mobilitätsangebote angewiesen.

Junge Menschen legen einen großen Teil ihrer Wege selbstaktiv zu Fuß oder auf dem Fahrrad zurück. Zu Fuß gehen und Radfahren ist gesund und klimafreundlich, erzeugt weder Lärm noch Schadstoffe, braucht kaum Platz, ist preisgünstig und innerorts unübertroffen schnell. Und mit der zunehmenden Verbreitung von Pedelecs sind sogar längere Distanzen oder Steigungen überhaupt kein Problem mehr.

Wir haben die Infrastruktur für den Radverkehr massiv ausgebaut, wodurch das Fahrrad als schnelles und umweltfreundliches Verkehrsmittel gestärkt wird. Durch eine aktive Fußverkehrsförderung sind alltägliche Wege für viele Menschen barrierefreier, leichter und sicherer zu Fuß möglich als zuvor. Diese Politik wollen wir konsequent fortführen und die Förderung des Fuß- und Radverkehrs weiter ausbauen.

Für alle Wege, die nicht selbstaktiv zurückgelegt werden können, ist ein leistungsfähiges Angebot im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) eine der grundlegenden Voraussetzungen für Teilhabe, Selbstbestimmung und Lebensqualität. Die Mobilitätsgarantie im ÖPNV in Baden-Württemberg ist unser zentrales Ziel. Bis 2030 soll in ländlichen Räumen mindestens alle 30 Minuten ein öffentliches Verkehrsmittel fahren – sei es Linienverkehr oder flexibler On-Demand-Verkehr. In Ballungsräumen soll der 15-Minuten-Takt gelten. Wie etwa in der Schweiz oder in der Region Vorarlberg gilt dann die Garantie für junge Menschen, dass sie ganztägig per Bus, Shuttle oder Bahn mobil sein können.

Wie sichern die GRÜNEN den dauerhaften Erhalt und die Preisstabilität des D-Ticket Jugend BW?

Wer seine Wege nicht zu Fuß oder mit Fahrrad zurücklegen kann, steigt am besten in Bus und Bahn. Mit dem „D-Ticket JugendBW“ hat das Land einen preisgünstigen Tarif für Kinder und Jugendliche geschaffen und damit Familien deutlich entlastet. Dabei deckt das D-Ticket JugendBW nicht nur den Weg zur Schule, Universität oder Ausbildung ab, sondern ermöglicht weit darüber hinaus einfache und günstige Mobilität auch in der Freizeit und im Urlaub. Endlich ist Schluss mit dem Tarifdschungel und zwar deutschlandweit! In den Sommerferien gilt das sogar über Landesgrenzen hinweg, z.B. nach Straßburg und Paris. Damit ist das Ticket mehr als ein Produkt: Es ist ein politisches Freiheitsversprechen an junge Menschen, unabhängig von Wohnort oder Geldbeutel mobil zu sein!

Mit dem D-Ticket Jugend BW haben wir hunderttausenden junger Menschen bezahlbare, öffentliche Mobilität ermöglicht. Und das nicht nur für Baden-Württemberg, sondern inzwischen für ganz Deutschland. Seit seiner Einführung im Dezember 2023 wurde das Ticket bereits über 1,5 Millionen Mal verkauft! Umfragen zeigen, dass 90 Prozent aller Nutzenden das Ticket als echte finanzielle Entlastung empfinden. Das Land bezuschusst das Ticket mit mehr als 110 Millionen Euro pro Jahr.

Wie garantiert die CDU Baden-Württemberg, dass junge Menschen unabhängig vom Wohnort selbstständig, zuverlässig und bezahlbar mobil sind?

Setzt sich die CDU klar für den dauerhaften Erhalt und die Preisstabilität des D-Ticket Jugend BW ein?

von der CDU lag uns bei Redaktionsschluss noch keine Antwort vor

Wie setzt sich die SPD Baden-Württemberg dafür ein, dass junge Menschen unabhängig vom Geldbeutel selbstbestimmt, zuverlässig und bezahlbar mobil sein können?

Steht die SPD klar für den dauerhaften Erhalt und die Preisstabilität des D-Ticket Jugend BW?

Wir von der SPD wollen das Jugendticket Baden-Württemberg wieder auf das bewährte Modell eines 365-Euro-Tickets umstellen. Junge Menschen sollen für nur einen Euro pro Tag im ganzen Land unterwegs sein können: einfach, günstig und klimafreundlich. Gleichzeitig setzen wir uns auf Bundes- und Landesebene dafür ein, dass Preissteigerungen im öffentlichen Nahverkehr verhindert werden.

Wie sorgt die FDP/DVP Baden-Württemberg dafür, dass junge Menschen unabhängig vom Wohnort flexibel, selbstbestimmt und bezahlbar mobil sein können?

Wir Freie Demokraten setzen auf Wahlfreiheit und eine Mobilitätspolitik, die junge Menschen nicht bevormundet, sondern ihnen eine verlässliche „Reisekette“ ermöglicht – gerade auch im ländlichen Raum. Dafür wollen wir einen digital funktionierenden ÖPNV mit Echtzeitinformationen, einer landesweit nutzbaren App und nutzerfreundlichen Abrechnungssystemen für Gelegenheitsfahrten. Ergänzend setzen wir auf bedarfsgerechte Angebote von und nach Hause – insbesondere in Randzeiten – und wollen dafür auch autonom fahrende Kleinbusse/On-Demand-Angebote ermöglichen und weiterentwickeln.

Außerdem wollen wir die Bereitstellung von Echtzeitdaten verbessern und durch strukturelle Schritte wie Effizienzsteigerungen bei den Verkehrsverbünden bessere Angebote ermöglichen. Beim ÖPNV setzen wir auf praktische Verbesserungen und eine wirtschaftlich sinnvolle Verdichtung von Takt und Netz, damit Bus und Bahn tatsächlich attraktiv werden. Wir setzen auf digitalisierte, automatisierte und vernetzte Verkehre der Zukunft. Bequem digital Shuttles buchen, die einen zu Bus und Bahn und sicher zurückbringen – das ist unser Ziel. Wir haben uns auch für begleitetes Fahren ab 16 und die Fahrzeugklasse AM ab 15 eingesetzt.

Wie positioniert sich die FDP/DVP zur Preisstabilität und Weiterentwicklung des D-Ticket Jugend BW?

Wir unterstützen, dass junge Menschen ein einfaches, landesweit verständliches und dauerhaft nutzbares Ticketangebot haben. Aus unserer Sicht spricht viel dafür, das D-Ticket Jugend BW bzw. das JugendticketBW in die Deutschlandticket-Logik zu integrieren und so zu vereinfachen und attraktiver zu machen; eine solche Überführung haben wir ausdrücklich eingefordert.

Zur Preisstabilität verfolgen wir eine Linie, die das Ticket verlässlich finanzierbar macht: Wir wollen den Erhalt des Deutschlandtickets mit einem zukunftsfesten Finanzierungskonzept und sind bereit, die landesseitig erforderlichen Zuschüsse zu leisten. Preisentscheidungen sollen dabei nicht zu einem dauerhaften politischen „Zickzackkurs“ führen, sondern nachvollziehbar und solide gegenfinanziert sein. Ergänzend ist unsere Haltung, dass das Deutschlandticket auch bei Preisfortschreibungen ein faires Angebot bleiben kann – entscheidend ist, dass das Land dann Verantwortung übernimmt und nicht nur Forderungen stellt.

Jugendbeteiligung

Wie gestalten die Grünen Baden-Württemberg eine wirksame, ernsthafte und transparente Jugendbeteiligung auf Landesebene, die junge Menschen real an Entscheidungen beteiligt?

Jugendpolitik ist für uns Grüne Demokratiepolitik. Junge Menschen müssen wirklichen Einfluss auf politische Entscheidungen haben: nicht symbolisch, sondern verbindlich. Deshalb setzen wir auf feste Beteiligungsstrukturen auf Landesebene. Mit dem Landesjugendbeirat haben wir ein dauerhaftes Gremium etabliert, das weiterentwickelt werden soll: Die Landesregierung soll verpflichtet werden, Vorschläge zu prüfen und öffentlich zu beantworten.

Darüber hinaus wollen wir neue Beteiligungsformate nach dem Vorbild von Bürgerräten für junge Menschen schaffen und ein jugendgerechtes Beteiligungsportal aufbauen verständlich, digital, barrierearm und niedrigschwellig. Beteiligung muss früh beginnen, deshalb stehen wir weiterhin klar für Wahlrechtab 16 auf allen Ebenen.

Gesetzgebungsverfahren, die Kinder und Jugendliche betreffen, sollen künftig systematisch Praxis-Checks und ergänzende Beteiligungsformate enthalten. So stellen wir sicher, dass politische Entscheidungen die Lebensrealitäten junger Menschen widerspiegeln und junge Menschen echte Selbstwirksamkeit erfahren. Die Servicestelle Kinder- und Jugendbeteiligung unterstützen und stärken wir dauerhaft. Pilotprojekte wie Jugendräte in Landkreisen wollen wir verstetigen und landesweit etablieren.

Wie sorgen die Grünen für eine konsequente und wirksame Umsetzung des Beteiligungsparagraphen (§ 41a GemO) in allen Kommunen?

Der Beteiligungsparagraph § 41a GemO ist ein starkes Instrument, entscheidend ist seine konsequente Umsetzung. Wir Grüne setzen deshalb auf Unterstützung, Qualifizierung und Verbindlichkeit. Kommunen sollen Beratung und Praxiswissen erhalten, um Beteiligung wirksam umzusetzen. Die Servicestelle Kinder- und Jugendbeteiligung unterstützen und stärken wir deshalb dauerhaft.

Zugleich fördern wir kommunale Beteiligungsprozesse, Jugendforen, Jugendräte und Modellprojekte, damit Beteiligung nicht vom Engagement einzelner abhängt. Das Pilotprojekt zu Jugendräten in den Landkreisen wollen wir verstetigen und landesweit etablieren.

Unser Anspruch ist klar: Jugendbeteiligung darf kein „Kann-Angebot“ bleiben, sondern muss Teil guter kommunaler Praxis werden. Beteiligung auf Augenhöhe stärkt Demokratie, verbessert Entscheidungen und erhöht die Akzeptanz politischer Prozesse. Davon profitieren Kommunen und junge Menschen gleichermaßen.

 

Wie will die CDU Baden-Württemberg Jugendbeteiligung auf Landesebene verbindlich, wirksam und sichtbar machen – über symbolische Beteiligung hinaus?

Wie stellt die CDU sicher, dass der Beteiligungsparagraph (§ 41a GemO) flächendeckend umgesetzt und Jugendbeteiligung vor Ort zum Standard wird?

von der CDU lag uns bei Redaktionsschluss noch keine Antwort vor

Wie stellt die SPD Baden-Württemberg sicher, dass Jugendbeteiligung auf Landesebene verbindlich, wirksam und sozial gerecht ausgestaltet wird?

Wie will die SPD den Beteiligungsparagraphen (§ 41a GemO) konsequent umsetzen und Jugendbeteiligung in allen Kommunen zum festen Bestandteil politischer Entscheidungen machen?

Demokratie beginnt vor Ort – in Städten und Gemeinden. Deshalb fordern wir von der SPD, dass Jugendbeteiligungsgremien bei allen Themen ein verbindliches Antrags- und Rederecht im Gemeinderat erhalten. Politische Beteiligung darf auch nicht vom Wohlwollen einzelner Verwaltungen abhängen. Deshalb sollen in allen Kommunen mit über 30.000 Einwohner:innen Jugendgemeinderäte verpflichtend eingerichtet werden. Auch in kleineren Gemeinden müssen Jugendforen verpflichtend sein.

Ebenso wollen wir landkreisweite Jugendbeteiligungsformate, die ein verbindliches Rede- und Antragsrecht im Kreistag erhalten. Junge Menschen müssen auf allen politischen Ebenen Gehör finden und ihre Anliegen wirksam einbringen können. Bei der Kommune und beim Landkreis hört für uns die Beteiligung jungen Menschen nicht auf.

Aus der Perspektive der SPD sind Jugendliche die besten Expert:innen in allen Jugendfragen. Sie müssen deshalb stärker, direkter und verbindlicher in politische Entscheidungsprozesse auf Landesebene eingebunden werden. Die obersten Jugendgremien des Landes sollen zu allen jugendrelevanten Themen im Landtag und dessen Ausschüssen angehört werden, insbesondere bei Haushaltsberatungen, wenn es um Mittel für den Jugendbereich geht. So wird sichergestellt, dass die Perspektiven der jungen Generation nicht nur angehört, sondern auch verbindlich berücksichtigt werden.

Geplant ist die Einrichtung einer „Taskforce Jugend“ beim Staatsministerium, in der Vertreter:innen der Landtagsfraktionen, Delegierte von Jugendvertretungen sowie weitere Expert:innen gemeinsam wirksame Maßnahmen erarbeiten. Ziel ist es, der Jugend künftig eine strukturierte und dauerhafte Partizipation auf Landesebene zu ermöglichen. Die Ergebnisse werden der Ministerpräsidentin bzw. dem Ministerpräsidenten vorgestellt und anschließend dem Kabinett zur Beschlussfassung vorgelegt.

Wie stellt sich die FDP/DVP Baden-Württemberg eine moderne, zielgruppengerechte und wirksame Jugendbeteiligung auf Landesebene vor?

Wir Freie Demokraten setzen uns für eine Jugendbeteiligung ein, die freiwillig, niedrigschwellig und wirksam ist. Beteiligung soll junge Menschen nicht durch zusätzliche Gremien oder Pflichtformate abschrecken, sondern ihnen echte Mitgestaltung ermöglichen. Deshalb wollen wir politische Beteiligung stärker digital organisieren, Verfahren vereinfachen und Beteiligungsformate so gestalten, dass sie zeitlich flexibel und alltagsnah nutzbar sind und Ergebnisse besser miteinander verzahnt werden.

Wir wollen politische Prozesse transparenter machen und Beteiligung dadurch attraktiver gestalten, dass junge Menschen frühzeitig informiert werden und nachvollziehen können, wie ihre Anregungen in politische Entscheidungen einfließen. Ziel ist es, demokratische Teilhabe zu stärken, ohne sie zu formalisieren oder zu verrechtlichen.

Wie will die FDP/DVP die Umsetzung des Beteiligungsparagraphen (§ 41a GemO) praxisnah, unbürokratisch und wirkungsorientiert verbessern?

Wir Freie Demokraten unterstützen das Ziel, junge Menschen bei kommunalen Entscheidungen einzubeziehen. Gleichzeitig halten wir es für entscheidend, dass die Umsetzung des § 41a GemO den Kommunen ausreichend Gestaltungsspielraum lässt. Jugendbeteiligung muss vor Ort passgenau organisiert werden können und darf nicht durch starre Vorgaben oder zusätzliche Bürokratie belastet werden.

Wir setzen deshalb auf flexible Beteiligungsinstrumente, insbesondere digitale Formate, die Kommunen freiwillig und situationsbezogen einsetzen können. Jugendbeteiligung soll Wirkung entfalten, ohne neue Pflichtstrukturen aufzubauen oder ehrenamtliches Engagement zu überfordern. Um die Jugendbeteiligung aber auch über die Gemeindegrenzen hinweg zu stärken, wollen wir einen gesetzlichen Rahmen für die interkommunale und kreisweite Kinder- und Jugendbeteiligung schaffen.

Ganztag

Wie sorgen die GRÜNEN Baden-Württemberg dafür, dass Jugendverbände und Jugendringe als starke Bildungspartner verbindlich in die Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztag eingebunden und bedarfsgerecht finanziert werden?

Die Einführung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen ab dem Schuljahr 2026/27 eröffnet neue Möglichkeiten für die Zusammenarbeit von Schulen und außerschulischen Partnern. Ganztagsschulen sollen Orte sein, an denen Kinder nicht nur lernen, sondern auch musizieren, Sport treiben, Kultur erfahren und Gemeinschaft erleben. Wir setzen uns dafür ein, dass Schulen als verbindende Orte in unserer Gesellschaft sich räumlich in das umliegende Quartier öffnen.

Außerschulische Partner tragen mit Bildungs- und Freizeitangeboten maßgeblich zur ganzheitlichen Gestaltung des Angebots bei. Die Zusammenarbeit sollte idealerweise im pädagogischen Konzept der Schule verankert sein. Zur Einbindung von außerschulischen Bildungspartnern können Ganztagsschulen ab dem Schuljahr 2025/26 bis zu 70 % der zusätzlichen Lehrerwochenstunden monetarisieren, also mit dem Gegenwert von Lehrkräftestellen Ganztagsangebote externer Partner finanzieren.

Damit Vereine und Verbände auch selbst von einer Kooperation profitieren, sind eine verlässliche Vergütung, klare organisatorische Rahmenbedingungen und eine unbürokratische Koordination, die die Gegebenheiten vor Ort berücksichtigt, unerlässlich. Wir setzen uns weiterhin dafür ein, die Vernetzung zwischen Schulen und außerschulischen Partnern zu stärken, damit diese mit ihren ehrenamtlichen Strukturen am Ganztagsbetrieb teilhaben und dort dauerhaft verankert werden können. Dabei ist es wichtig, bürokratische Hürden abzubauen und die Kooperationen zwischen Land und Kommunen zu verbessern, damit Vereine und Verbände ihre Arbeit leichter leisten können.

Durch gezielte Fortbildungs- und Vernetzungsangebote wollen wir die Motivation der Ehrenamtlichen fördern und ihre Arbeit nachhaltig unterstützen.

Der Rechtsanspruch wird bis auf vier Wochen Schließzeit im Jahr auch in den Schulferien gelten. Bestens etablierte Angebote der Jugendverbände und Jugendringe wie beispielsweise Zeltlager und Freizeiten sollen in der Ferienzeit rechtsanspruchserfüllend sein – dafür setzen wir uns ein. Dies soll auch für Angebote gelten, die nicht am Wohnort stattfinden.

Wir Grüne stehen für eine ganztägige Bildung, die auf Vielfalt, Teilhabe und gelingende Kooperation baut – mit starken Partnern aus der Zivilgesellschaft. Nur wenn die Rahmenbedingungen stimmen, kann das wertvolle ehrenamtliche Engagement erhalten und weiterentwickelt werden.

Wie will die CDU Baden-Württemberg sicherstellen, dass Jugendverbände und Jugendringe beim Ausbau des Ganztags nicht nur mitgedacht, sondern verbindlich eingebunden und ausreichend finanziert werden?

von der CDU lag uns bei Redaktionsschluss noch keine Antwort vor

Wie sorgt die SPD Baden-Württemberg dafür, dass Jugendverbände und Jugendringe als gleichwertige Partner in die Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztag eingebunden und verlässlich finanziert werden?

Jugendverbände, Jugendringe, Sportvereine, Musik- und Kulturvereinigungen usw. sind wichtige Partner, ohne die die Ganztagsschule bzw. die Ganztagsbetreuung nicht umgesetzt werden soll – und im Übrigen auch nicht umgesetzt werden kann. Denn zum einen wird es nicht möglich sein, genügend Lehrkräfte oder Erzieher:innen für die zusätzlichen Zeiten zu gewinnen, und zum anderen ist es uns von der SPD auch wichtig, bei den Kindern und Jugendlichen Neigungen zu stärken, die sie etwa in Chören, Sportvereinen oder in der Jugendarbeit weiter ausbauen können. Dafür schaffen wir langfristige Kooperationsmodelle mit fairer Vergütung für die Mitarbeitenden der Partner. Im Hinblick auf Qualität, Verlässlichkeit und Finanzierung braucht das aber einen großen Vorlauf und verbindliche Absprachen. Dies hätte schon längst geschehen müssen.

Wie will die FDP/DVP Baden-Württemberg sicherstellen, dass Jugendverbände und Jugendringe als eigenständige Bildungspartner mit Wahlfreiheit in die Umsetzung des Ganztags eingebunden und fair finanziert werden?

Wir Freie Demokraten stehen für einen Ganztag, der Vielfalt, Wahlfreiheit und Qualität sichert. Ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote sollen sich an den Bedürfnissen von Kindern, Jugendlichen und Familien orientieren und dürfen nicht als starres Einheitssystem ausgestaltet werden. Deshalb setzen wir auf flexible Ganztagsmodelle, die unterschiedliche Träger, Konzepte und Zeitstrukturen ermöglichen. Wir wollen, dass außerschulische Akteure – darunter auch Jugendverbände und Jugendringe – als eigenständige Partner eingebunden werden können.

Kooperationen im Ganztag sollen freiwillig erfolgen und die jeweilige Eigenständigkeit der Partner respektieren. Jugendverbände dürfen nicht zu bloßen Erfüllungsgehilfen schulischer Strukturen werden, sondern sollen ihre pädagogischen Konzepte selbstbestimmt einbringen können. Zentral ist für uns eine auskömmliche, transparente und verlässliche Finanzierung des Ganztags. Wir setzen uns dafür ein, dass die Finanzierung der Ganztagsangebote nicht einseitig auf Kommunen oder freie Träger abgewälzt wird.

Das Land muss seiner Verantwortung gerecht werden und dauerhaft Mittel bereitstellen, die sowohl Personal- als auch Sachkosten realistisch abbilden. Kurzfristige Projektförderungen halten wir für ungeeignet, um stabile Strukturen im Ganztag aufzubauen. Wir befürworten zudem den Aufbau kommunaler oder regionaler Koordinierungsstellen, die Kooperationen zwischen Schulen, Kommunen und außerschulischen Partnern organisieren und unterstützen. Diese Stellen sollen entlasten, vernetzen und Qualität sichern, ohne zusätzliche Bürokratie aufzubauen. Ziel ist es, klare Ansprechpartner zu schaffen und Doppelstrukturen zu vermeiden.

Ein besonderes Augenmerk legen wir auf die Feriengestaltung. Ganztag darf nicht am Schuljahresende enden. Wir wollen verlässliche, qualitativ hochwertige und bedarfsgerechte Ferienangebote ermöglichen, die mit bestehenden Strukturen der Kinder- und Jugendarbeit verzahnt sind. Ferienangebote sollen flexibel ausgestaltet sein und Eltern Wahlmöglichkeiten bieten, ohne bestehende Ferienfreizeiten oder Angebote der Jugendverbände zu verdrängen.

Insgesamt verfolgen wir als FDP einen Ganztagsansatz, der Qualität vor Quantität stellt, Wahlfreiheit erhält und die Vielfalt außerschulischer Bildungsangebote bewusst einbindet.

(Frei-)Räume und Jugendkultur

Wie stellen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Baden-Württemberg sicher, dass junge Menschen überall im Land Zugang zu sicheren, inklusiven und kommerzfreien Räumen für Begegnung, Kreativität und Freizeit haben?

Junge Menschen brauchen Freiräume, um sich zu entfalten, Gemeinschaft zu erleben und Demokratie praktisch zu erfahren. Wir Grüne setzen uns dafür ein, dass alle Jugendlichen sowohl in der Stadt als auch auf dem Land Zugang zu sicheren, inklusiven und kommerz- und konsumfreien Räumen haben. Dazu zählen Jugendhäuser, selbstverwaltete Zentren, Jugendverbandsräume sowie die Mobile- und die Offene Kinder- und Jugendarbeit. Wir stärken diese Räume durch verlässliche Landesförderung, Investitionen in Jugendbildungs-, Freizeit- und Übernachtungsstätten und sichern ihre Infrastruktur gegen Verdrängung oder Sparzwänge.

Unser Ziel ist es, Freiräume als Orte der kulturellen Entfaltung, Begegnung und Demokratiebildung zu erhalten. Die Landespolitik unterstützt Kommunen gezielt beim Ausbau neuer Einrichtungen und der Sanierung bestehender Angebote. Jugendverbände und Fachkräfte werden in Planung und Umsetzung eingebunden, damit Angebote vor Ort den Bedürfnissen junger Menschen entsprechen. Mit dem Masterplan Jugend als strategischem Rahmen verankern wir diese Förderung langfristig und nachhaltig.

Mit welchen Maßnahmen stärken die GRÜNEN eine vielfältige, selbstorganisierte und lebendige Jugendkultur?

Die Grünen stärken eine vielfältige, selbstorganisierte und lebendige Jugendkultur, indem sie Jugendverbände, Jugendhäuser und selbstverwaltete Zentren als zentrale Orte der Kreativität und Mitbestimmung fördern. Kulturelle und künstlerische Projekte werden durch verlässliche Landesförderung, Projektmittel und Unterstützung in der Infrastruktur gesichert. Auch die Mobile- und die Offene Kinder- und Jugendarbeit werden gestärkt, um Jugendliche in allen Regionen zu erreichen. Vielfalt, Subkulturen, queere Jugendkultur, migrantische Selbstorganisation und inklusive Angebote gehören für uns selbstverständlich dazu.

Wir setzen auf verbindliche Beteiligung von jungen Menschen bei der Gestaltung von Angeboten und Freiräumen, fördern kulturelle Vielfalt, inklusive Aktivitäten und demokratische Bildungsformate. Mit dem Masterplan Jugend schaffen wir langfristige Planungssicherheit und sichern Räume, in denen Jugendliche ihre Kultur selbst gestalten und ausprobieren können.

Wie sorgt die CDU Baden-Württemberg dafür, dass junge Menschen überall im Land echte, sichere und kostenlose Freiräume für Begegnung, Kreativität und Freizeit haben?

Mit welchen konkreten Initiativen stärkt die CDU eine vielfältige, lebendige und selbstbestimmte Jugendkultur?

von der CDU lag uns bei Redaktionsschluss noch keine Antwort vor

Wie sorgt die SPD Baden-Württemberg dafür, dass alle jungen Menschen – unabhängig von Herkunft, Wohnort oder Einkommen – Zugang zu sicheren, woh-nortnahen und kommerzfreien Räumen für Freizeit, Begegnung und Kultur haben? Mit welchen konkreten Maßnahmen stärkt die SPD eine vielfältige, inklusive und selbstorganisierte Jugendkultur?

Die SPD macht sich stark, dass alle Kinder und Jugendlichen in ganz Baden-Württemberg Zugang zu kultureller Bildung haben. Insbesondere für armutsbetroffene Kinder und Jugendliche werden wir den Zugang zu Kunst- und Kultur angeboten sicherstellen. Denn Kunst und Kultur müssen allen offen stehen.

Dabei spielen die Schulen und die Kitas eine wichtige Rolle: Die SPD wird Kulturbotschafter:innen in Schulen einsetzen, um Kooperationen zwischen Ganztagsschulen und Kulturschaffenden und -institutionen zu ermöglichen. Partnerschaften zwischen Kulturschaffenden und -institutionen sowie Kitas und Schulen sind wichtig, um Kindern und Jugendlichen einen einfacheren Zugang zu Angeboten im Kunst-, Kultur- und Freizeitbereich zu ermöglichen. Es war daher wichtig, dass die Kooperationsgelder mit Kitas und Schulen verstetigt wurden. Die SPD wird solche Kooperationen zudem über die Einrichtung eines Fonds in Höhe von 20 Mio. Euro stärken. Diesen hat die SPD bereits mehrfach in den Haushaltsberatungen im Landtag gefordert. Der Fonds bietet Schulleitungen ein flexibel einsetzbares Budget, um unter anderem Kooperationen im kulturellen Bereich zu finanzieren.

Die SPD will den Zugang zu den Landesmuseen allen Erwachsenen und Jugendlichen ermöglichen und setzt sich deshalb für freien Eintritt zu Dauerausstellungen in den Landesmuseen ein. Zudem führen wir von der SPD einen landesweiten Kulturpass ein, mit dem allen jungen Menschen in Baden-Württemberg einmalig ein Guthaben von 100 Euro für Kulturangebote zur Verfügung steht.

Grundlage der Kulturpolitik der SPD ist eine verlässliche Finanzierung und transparente Förderung von Kunst und Kultur, auch von Jugendkultur. Die aktuelle Landesregierung hat es versäumt, die Kulturfinanzierung zukunftssicher zu gestalten und gefährdet so die reiche Kulturlandschaft Baden-Württembergs. Aus Sicht der SPD sind Kultur und insbesondere die Jugendkultur zentrale Bestandteile unserer Gesellschaft und tragen zum Zusammenhalt und zur Demokratieförderung bei. Zudem wirkt Kultur inklusiv. Deshalb legt die SPD großen Wert auf Barrierefreiheit in Kulturorten.

Die SPD steht für eine offene und diverse Kulturlandschaft. Ein Förderprogramm für migrantische Perspektiven in Kunst und Kultur stärkt die Repräsentation aller gesellschaftlichen Gruppen und fördert die Beteiligung von Künstler:innen mit Migrationsgeschichte. Vielfalt und Inklusion sichern wir durch die wichtige Arbeit des Zentrums für kulturelle Teilhabe Baden-Württemberg. Soziokulturelle Zentren spielen als Orte des Ehrenamts und der Nachwuchsförderung eine bedeutende Rolle.

Wie setzt sich die FDP/DVP Baden-Württemberg dafür ein, dass junge Menschen mehr Freiräume für selbstorganisierte, nicht-kommerzielle Freizeit-, Kultur- und Begegnungsangebote erhalten?

Wir Freie Demokraten wollen, dass junge Menschen in Baden-Württemberg mehr Freiräume erhalten, um Freizeit, Kultur und Begegnung selbst zu gestalten, ohne Bevormundung und ohne unnötige Hürden. Dazu gehört für uns vor allem, bürokratische Hemmnisse abzubauen und Engagement so zu unterstützen, dass Initiativen und Jugendgruppen ihre Zeit in Inhalte statt in Antrags- und Nachweispflichten investieren können. Gleichzeitig wollen wir jugendpolitische Themen ressortübergreifend besser koordinieren, damit Angebote und Unterstützung im Land schneller und wirksamer ankommen.

Welche Maßnahmen ergreift die FDP/DVP, um eine vielfältige, kreative und von Eigeninitiative geprägte Jugendkultur zu fördern?

Jugendkultur lebt von Eigeninitiative, Kreativität und dem Mut, Neues auszuprobieren. Wir wollen deshalb Rahmenbedingungen schaffen, die Engagement leichter machen und sichtbar anerkennen, etwa durch moderne Formen der Unterstützung und eine Kulturpolitik, die nicht nur in den Zentren wirkt, sondern kulturelle Angebote in der Fläche stärkt. Dazu gehört für uns auch, Kulturförderung verlässlicher, übersichtlicher und strategischer auszurichten, indem wir sie in einem Landeskulturplan, analog zum Landessportplan, bündeln und weiterentwickeln. So schaffen wir mehr Transparenz, bessere Koordination und langfristige Perspektiven für Träger und junge Engagierte, die Jugendkultur vor Ort möglich machen.

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