Gemeinsam für ein jugendgerechtes Baden-Württemberg

#VisionJungesBW

In Baden-Württemberg leben etwa 11 Millionen Einwohner*innen. Rund 3 Millionen von ihnen sind unter 27 Jahren. Wir vetreten ihre Interessen. Unsere jugendpolitische Visionen für die nächste Legislatur des Landtags von Baden-Württemberg.

Kampagnen

Kontakt

Gesamtsteuerung Buddy Dorn 0711 1644712
Methoden und inhaltliche Begleitung Daniela Bold 0711 1644711
Karoline Gollmer 0711 1644742

Der Jugendcheck zur Landtagswahl 2026

Was sagen die Parteien konkret zu unserer #VisionJungesBW?

Wir haben den aktuell im Landtag vertretenen demokratischen Parteien Fragen rund um unsere #VisionJungesBW gestellt. Dieser Jugendcheck zur Landtagswahl – oder auch Wahlprüfsteine genannt – soll euch ein besseres Bild davon vermitteln, wie sich die Parteien für ein jugendgerechtes Baden-Württemberg, die Stärkung der Strukturen der Jugendarbeit und die Stärkung des Ehrenamts einsetzen wollen.

Die Antworten lest ihr unter den verschiedenen Themen-Überschriften jeweils mit Klick auf den Namen der Partei. Die Sortierung wurde anhand aktueller Fraktionsstärke vorgenommen und stellt keine Wertung unsererseits dar. Wir veröffentlichen die einzelnen Themen schrittweise.

Jeweils unter den Antworten findet ihr die Bilder, in denen wir stichpunktartig die Antworten für Social Media zusammengefasst haben.

Hinweis: von der CDU kamen die Antworten verspätet, weswegen wir in den ersten Bildern für Social Media Inhalte aus dem Wahlprogramm herangezogen haben Die Texte aus den Antworten haben wir in den jeweiligen Abschnitten ergänzt..

Mobilität

Wie setzen sich die GRÜNEN Baden-Württemberg dafür ein, dass junge Menschen klimafreundlich, selbstbestimmt und unabhängig vom Wohnort mobil sein können?

Mobilität ist eine Voraussetzung für gesellschaftliche, kulturelle und berufliche Teilhabe. Sie verbindet Menschen mit Orten, mit Chancen, mit Alltag und trägt dazu bei, soziale Ungleichheiten abzubauen. Kinder und Jugendliche sind besonders auf bezahlbare und umfassend barrierefreie Mobilitätsangebote angewiesen.

Junge Menschen legen einen großen Teil ihrer Wege selbstaktiv zu Fuß oder auf dem Fahrrad zurück. Zu Fuß gehen und Radfahren ist gesund und klimafreundlich, erzeugt weder Lärm noch Schadstoffe, braucht kaum Platz, ist preisgünstig und innerorts unübertroffen schnell. Und mit der zunehmenden Verbreitung von Pedelecs sind sogar längere Distanzen oder Steigungen überhaupt kein Problem mehr.

Wir haben die Infrastruktur für den Radverkehr massiv ausgebaut, wodurch das Fahrrad als schnelles und umweltfreundliches Verkehrsmittel gestärkt wird. Durch eine aktive Fußverkehrsförderung sind alltägliche Wege für viele Menschen barrierefreier, leichter und sicherer zu Fuß möglich als zuvor. Diese Politik wollen wir konsequent fortführen und die Förderung des Fuß- und Radverkehrs weiter ausbauen.

Für alle Wege, die nicht selbstaktiv zurückgelegt werden können, ist ein leistungsfähiges Angebot im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) eine der grundlegenden Voraussetzungen für Teilhabe, Selbstbestimmung und Lebensqualität. Die Mobilitätsgarantie im ÖPNV in Baden-Württemberg ist unser zentrales Ziel. Bis 2030 soll in ländlichen Räumen mindestens alle 30 Minuten ein öffentliches Verkehrsmittel fahren – sei es Linienverkehr oder flexibler On-Demand-Verkehr. In Ballungsräumen soll der 15-Minuten-Takt gelten. Wie etwa in der Schweiz oder in der Region Vorarlberg gilt dann die Garantie für junge Menschen, dass sie ganztägig per Bus, Shuttle oder Bahn mobil sein können.

Wie sichern die GRÜNEN den dauerhaften Erhalt und die Preisstabilität des D-Ticket Jugend BW?

Wer seine Wege nicht zu Fuß oder mit Fahrrad zurücklegen kann, steigt am besten in Bus und Bahn. Mit dem „D-Ticket JugendBW“ hat das Land einen preisgünstigen Tarif für Kinder und Jugendliche geschaffen und damit Familien deutlich entlastet. Dabei deckt das D-Ticket JugendBW nicht nur den Weg zur Schule, Universität oder Ausbildung ab, sondern ermöglicht weit darüber hinaus einfache und günstige Mobilität auch in der Freizeit und im Urlaub. Endlich ist Schluss mit dem Tarifdschungel und zwar deutschlandweit! In den Sommerferien gilt das sogar über Landesgrenzen hinweg, z.B. nach Straßburg und Paris. Damit ist das Ticket mehr als ein Produkt: Es ist ein politisches Freiheitsversprechen an junge Menschen, unabhängig von Wohnort oder Geldbeutel mobil zu sein!

Mit dem D-Ticket Jugend BW haben wir hunderttausenden junger Menschen bezahlbare, öffentliche Mobilität ermöglicht. Und das nicht nur für Baden-Württemberg, sondern inzwischen für ganz Deutschland. Seit seiner Einführung im Dezember 2023 wurde das Ticket bereits über 1,5 Millionen Mal verkauft! Umfragen zeigen, dass 90 Prozent aller Nutzenden das Ticket als echte finanzielle Entlastung empfinden. Das Land bezuschusst das Ticket mit mehr als 110 Millionen Euro pro Jahr.

Wie garantiert die CDU Baden-Württemberg, dass junge Menschen unabhängig vom Wohnort selbstständig, zuverlässig und bezahlbar mobil sind?

Setzt sich die CDU klar für den dauerhaften Erhalt und die Preisstabilität des D-Ticket Jugend BW ein?

Die CDU Baden‑Württemberg will sicherstellen, dass junge Menschen unabhängig vom Wohnort selbstständig, verlässlich und bezahlbar mobil sind – z.B. durch das Deutschlandticket JugendBW und den weiteren Ausbau des ÖPNV. Gerade junge Menschen und Auszubildende im ländlichen Raum sind jedoch oft auf das Auto angewiesen. Der Erwerb des Führerscheins darf nicht an finanziellen Hürden scheitern. Wir unterstützen daher Initiativen, die Fahrausbildung günstiger und praxisnäher zu machen, ohne Abstriche bei der Verkehrssicherheit.

Wir haben vor, das Jugendticket D-Ticket Jugend BW weiter zu finanzieren. Deutschlandticket und JugendTicketBW haben gezeigt, wie vereinfachte Tarife und digitale Lösungen den ÖPNV stärken können. Daher wollen wir die Finanzierung dieser Tickets auch weiter fortführen. Dabei ist das Ziel, Preiserhöhungen möglichst gering zu halten oder zu vermeiden. Auf kommunaler Ebene sind zudem Busverbindungen, On-Demand-Verkehre und eine Radverkehrsinfrastruktur wichtig, die den Wegbeziehungen junger Menschen entspricht.

Wie setzt sich die SPD Baden-Württemberg dafür ein, dass junge Menschen unabhängig vom Geldbeutel selbstbestimmt, zuverlässig und bezahlbar mobil sein können?

Steht die SPD klar für den dauerhaften Erhalt und die Preisstabilität des D-Ticket Jugend BW?

Wir von der SPD wollen das Jugendticket Baden-Württemberg wieder auf das bewährte Modell eines 365-Euro-Tickets umstellen. Junge Menschen sollen für nur einen Euro pro Tag im ganzen Land unterwegs sein können: einfach, günstig und klimafreundlich. Gleichzeitig setzen wir uns auf Bundes- und Landesebene dafür ein, dass Preissteigerungen im öffentlichen Nahverkehr verhindert werden.

Wie sorgt die FDP/DVP Baden-Württemberg dafür, dass junge Menschen unabhängig vom Wohnort flexibel, selbstbestimmt und bezahlbar mobil sein können?

Wir Freie Demokraten setzen auf Wahlfreiheit und eine Mobilitätspolitik, die junge Menschen nicht bevormundet, sondern ihnen eine verlässliche „Reisekette“ ermöglicht – gerade auch im ländlichen Raum. Dafür wollen wir einen digital funktionierenden ÖPNV mit Echtzeitinformationen, einer landesweit nutzbaren App und nutzerfreundlichen Abrechnungssystemen für Gelegenheitsfahrten. Ergänzend setzen wir auf bedarfsgerechte Angebote von und nach Hause – insbesondere in Randzeiten – und wollen dafür auch autonom fahrende Kleinbusse/On-Demand-Angebote ermöglichen und weiterentwickeln.

Außerdem wollen wir die Bereitstellung von Echtzeitdaten verbessern und durch strukturelle Schritte wie Effizienzsteigerungen bei den Verkehrsverbünden bessere Angebote ermöglichen. Beim ÖPNV setzen wir auf praktische Verbesserungen und eine wirtschaftlich sinnvolle Verdichtung von Takt und Netz, damit Bus und Bahn tatsächlich attraktiv werden. Wir setzen auf digitalisierte, automatisierte und vernetzte Verkehre der Zukunft. Bequem digital Shuttles buchen, die einen zu Bus und Bahn und sicher zurückbringen – das ist unser Ziel. Wir haben uns auch für begleitetes Fahren ab 16 und die Fahrzeugklasse AM ab 15 eingesetzt.

Wie positioniert sich die FDP/DVP zur Preisstabilität und Weiterentwicklung des D-Ticket Jugend BW?

Wir unterstützen, dass junge Menschen ein einfaches, landesweit verständliches und dauerhaft nutzbares Ticketangebot haben. Aus unserer Sicht spricht viel dafür, das D-Ticket Jugend BW bzw. das JugendticketBW in die Deutschlandticket-Logik zu integrieren und so zu vereinfachen und attraktiver zu machen; eine solche Überführung haben wir ausdrücklich eingefordert.

Zur Preisstabilität verfolgen wir eine Linie, die das Ticket verlässlich finanzierbar macht: Wir wollen den Erhalt des Deutschlandtickets mit einem zukunftsfesten Finanzierungskonzept und sind bereit, die landesseitig erforderlichen Zuschüsse zu leisten. Preisentscheidungen sollen dabei nicht zu einem dauerhaften politischen „Zickzackkurs“ führen, sondern nachvollziehbar und solide gegenfinanziert sein. Ergänzend ist unsere Haltung, dass das Deutschlandticket auch bei Preisfortschreibungen ein faires Angebot bleiben kann – entscheidend ist, dass das Land dann Verantwortung übernimmt und nicht nur Forderungen stellt.

Jugendbeteiligung

Wie gestalten die Grünen Baden-Württemberg eine wirksame, ernsthafte und transparente Jugendbeteiligung auf Landesebene, die junge Menschen real an Entscheidungen beteiligt?

Jugendpolitik ist für uns Grüne Demokratiepolitik. Junge Menschen müssen wirklichen Einfluss auf politische Entscheidungen haben: nicht symbolisch, sondern verbindlich. Deshalb setzen wir auf feste Beteiligungsstrukturen auf Landesebene. Mit dem Landesjugendbeirat haben wir ein dauerhaftes Gremium etabliert, das weiterentwickelt werden soll: Die Landesregierung soll verpflichtet werden, Vorschläge zu prüfen und öffentlich zu beantworten.

Darüber hinaus wollen wir neue Beteiligungsformate nach dem Vorbild von Bürgerräten für junge Menschen schaffen und ein jugendgerechtes Beteiligungsportal aufbauen verständlich, digital, barrierearm und niedrigschwellig. Beteiligung muss früh beginnen, deshalb stehen wir weiterhin klar für Wahlrechtab 16 auf allen Ebenen.

Gesetzgebungsverfahren, die Kinder und Jugendliche betreffen, sollen künftig systematisch Praxis-Checks und ergänzende Beteiligungsformate enthalten. So stellen wir sicher, dass politische Entscheidungen die Lebensrealitäten junger Menschen widerspiegeln und junge Menschen echte Selbstwirksamkeit erfahren. Die Servicestelle Kinder- und Jugendbeteiligung unterstützen und stärken wir dauerhaft. Pilotprojekte wie Jugendräte in Landkreisen wollen wir verstetigen und landesweit etablieren.

Wie sorgen die Grünen für eine konsequente und wirksame Umsetzung des Beteiligungsparagraphen (§ 41a GemO) in allen Kommunen?

Der Beteiligungsparagraph § 41a GemO ist ein starkes Instrument, entscheidend ist seine konsequente Umsetzung. Wir Grüne setzen deshalb auf Unterstützung, Qualifizierung und Verbindlichkeit. Kommunen sollen Beratung und Praxiswissen erhalten, um Beteiligung wirksam umzusetzen. Die Servicestelle Kinder- und Jugendbeteiligung unterstützen und stärken wir deshalb dauerhaft.

Zugleich fördern wir kommunale Beteiligungsprozesse, Jugendforen, Jugendräte und Modellprojekte, damit Beteiligung nicht vom Engagement einzelner abhängt. Das Pilotprojekt zu Jugendräten in den Landkreisen wollen wir verstetigen und landesweit etablieren.

Unser Anspruch ist klar: Jugendbeteiligung darf kein „Kann-Angebot“ bleiben, sondern muss Teil guter kommunaler Praxis werden. Beteiligung auf Augenhöhe stärkt Demokratie, verbessert Entscheidungen und erhöht die Akzeptanz politischer Prozesse. Davon profitieren Kommunen und junge Menschen gleichermaßen.

 

Wie will die CDU Baden-Württemberg Jugendbeteiligung auf Landesebene verbindlich, wirksam und sichtbar machen – über symbolische Beteiligung hinaus?

Wie stellt die CDU sicher, dass der Beteiligungsparagraph (§ 41a GemO) flächendeckend umgesetzt und Jugendbeteiligung vor Ort zum Standard wird?

Kinder- und Jugendbeteiligung hat für uns einen hohen Stellenwert. Junge Menschen sollen frühzeitig erfahren, dass ihre Stimme zählt und sie ihre Lebenswelt aktiv mitgestalten können. Beteiligung stärkt Verantwortungsbewusstsein, demokratische Kompetenzen und das Vertrauen in politische Prozesse. Deshalb verstehen wir Kinder- und Jugendbeteiligung als festen Bestandteil einer zukunftsorientierten Kinder- und Jugendpolitik.

Deshalb wollen wir die bestehenden Strukturen der Kinder- und Jugendbeteiligung in BW gezielt weiterentwickeln und stärken. Auf Landesebene sollten wir Möglichkeiten finden, über den etablierten Prozesse des Jugendlandtags hinaus eine strukturierte Befassung mit den Anliegen der Kinder und Jugendlichen zu ermöglichen.

Die bestehende Verankerung der Jugendbeteiligung in der Gemeindeordnung ist richtig und wichtig und stellt einen belastbaren Rahmen dar. Dieser muss durch die Kommunen in eigener Verantwortung mit Leben gefüllt werden. Dabei sollte ihnen der notwendige Gestaltungsspielraum erhalten bleiben, um Beteiligungsformate bedarfsgerecht und den Bedürfnissen vor Ort entsprechend auszugestalten.

Ungeachtet dessen beteiligt sich das Land auch heute schon an einer Vielzahl von Projekten, um die Jugendbeteiligung in der Fläche zu stärken. So verfolgt die seit 2018 vom Land geförderte Servicestelle Kinder- und Jugendbeteiligung das Ziel, die politische und gesellschaftliche Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in Baden-Württemberg auf allen Ebenen zu stärken und die Projekte, Initiativen, Akteure und Akteurinnen bei der regionalen und lokalen Umsetzung zu unterstützen.

Das seit 2021 geförderte Projekt „Jugenddialog auf Landkreisebene“ soll dazu beitragen, den Stellenwert von Jugendbeteiligung auf der Landkreisebene zu steigern und neue Erkenntnisse zu einer niederschwelligen und inklusiven Jugendbeteiligung zu gewinnen. Und mit der Förderung des Dachverbands der Jugendgemeinderäte werden der Erfahrungsaustausch von Jugendgemeinderäten aus ganz Baden-Württemberg, Neugründungen und auch die Durchführung anderer Jugendbeteiligungsformate unterstützt.

Wie stellt die SPD Baden-Württemberg sicher, dass Jugendbeteiligung auf Landesebene verbindlich, wirksam und sozial gerecht ausgestaltet wird?

Wie will die SPD den Beteiligungsparagraphen (§ 41a GemO) konsequent umsetzen und Jugendbeteiligung in allen Kommunen zum festen Bestandteil politischer Entscheidungen machen?

Demokratie beginnt vor Ort – in Städten und Gemeinden. Deshalb fordern wir von der SPD, dass Jugendbeteiligungsgremien bei allen Themen ein verbindliches Antrags- und Rederecht im Gemeinderat erhalten. Politische Beteiligung darf auch nicht vom Wohlwollen einzelner Verwaltungen abhängen. Deshalb sollen in allen Kommunen mit über 30.000 Einwohner:innen Jugendgemeinderäte verpflichtend eingerichtet werden. Auch in kleineren Gemeinden müssen Jugendforen verpflichtend sein.

Ebenso wollen wir landkreisweite Jugendbeteiligungsformate, die ein verbindliches Rede- und Antragsrecht im Kreistag erhalten. Junge Menschen müssen auf allen politischen Ebenen Gehör finden und ihre Anliegen wirksam einbringen können. Bei der Kommune und beim Landkreis hört für uns die Beteiligung jungen Menschen nicht auf.

Aus der Perspektive der SPD sind Jugendliche die besten Expert:innen in allen Jugendfragen. Sie müssen deshalb stärker, direkter und verbindlicher in politische Entscheidungsprozesse auf Landesebene eingebunden werden. Die obersten Jugendgremien des Landes sollen zu allen jugendrelevanten Themen im Landtag und dessen Ausschüssen angehört werden, insbesondere bei Haushaltsberatungen, wenn es um Mittel für den Jugendbereich geht. So wird sichergestellt, dass die Perspektiven der jungen Generation nicht nur angehört, sondern auch verbindlich berücksichtigt werden.

Geplant ist die Einrichtung einer „Taskforce Jugend“ beim Staatsministerium, in der Vertreter:innen der Landtagsfraktionen, Delegierte von Jugendvertretungen sowie weitere Expert:innen gemeinsam wirksame Maßnahmen erarbeiten. Ziel ist es, der Jugend künftig eine strukturierte und dauerhafte Partizipation auf Landesebene zu ermöglichen. Die Ergebnisse werden der Ministerpräsidentin bzw. dem Ministerpräsidenten vorgestellt und anschließend dem Kabinett zur Beschlussfassung vorgelegt.

Wie stellt sich die FDP/DVP Baden-Württemberg eine moderne, zielgruppengerechte und wirksame Jugendbeteiligung auf Landesebene vor?

Wir Freie Demokraten setzen uns für eine Jugendbeteiligung ein, die freiwillig, niedrigschwellig und wirksam ist. Beteiligung soll junge Menschen nicht durch zusätzliche Gremien oder Pflichtformate abschrecken, sondern ihnen echte Mitgestaltung ermöglichen. Deshalb wollen wir politische Beteiligung stärker digital organisieren, Verfahren vereinfachen und Beteiligungsformate so gestalten, dass sie zeitlich flexibel und alltagsnah nutzbar sind und Ergebnisse besser miteinander verzahnt werden.

Wir wollen politische Prozesse transparenter machen und Beteiligung dadurch attraktiver gestalten, dass junge Menschen frühzeitig informiert werden und nachvollziehen können, wie ihre Anregungen in politische Entscheidungen einfließen. Ziel ist es, demokratische Teilhabe zu stärken, ohne sie zu formalisieren oder zu verrechtlichen.

Wie will die FDP/DVP die Umsetzung des Beteiligungsparagraphen (§ 41a GemO) praxisnah, unbürokratisch und wirkungsorientiert verbessern?

Wir Freie Demokraten unterstützen das Ziel, junge Menschen bei kommunalen Entscheidungen einzubeziehen. Gleichzeitig halten wir es für entscheidend, dass die Umsetzung des § 41a GemO den Kommunen ausreichend Gestaltungsspielraum lässt. Jugendbeteiligung muss vor Ort passgenau organisiert werden können und darf nicht durch starre Vorgaben oder zusätzliche Bürokratie belastet werden.

Wir setzen deshalb auf flexible Beteiligungsinstrumente, insbesondere digitale Formate, die Kommunen freiwillig und situationsbezogen einsetzen können. Jugendbeteiligung soll Wirkung entfalten, ohne neue Pflichtstrukturen aufzubauen oder ehrenamtliches Engagement zu überfordern. Um die Jugendbeteiligung aber auch über die Gemeindegrenzen hinweg zu stärken, wollen wir einen gesetzlichen Rahmen für die interkommunale und kreisweite Kinder- und Jugendbeteiligung schaffen.

Ganztag

Wie sorgen die GRÜNEN Baden-Württemberg dafür, dass Jugendverbände und Jugendringe als starke Bildungspartner verbindlich in die Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztag eingebunden und bedarfsgerecht finanziert werden?

Die Einführung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen ab dem Schuljahr 2026/27 eröffnet neue Möglichkeiten für die Zusammenarbeit von Schulen und außerschulischen Partnern. Ganztagsschulen sollen Orte sein, an denen Kinder nicht nur lernen, sondern auch musizieren, Sport treiben, Kultur erfahren und Gemeinschaft erleben. Wir setzen uns dafür ein, dass Schulen als verbindende Orte in unserer Gesellschaft sich räumlich in das umliegende Quartier öffnen.

Außerschulische Partner tragen mit Bildungs- und Freizeitangeboten maßgeblich zur ganzheitlichen Gestaltung des Angebots bei. Die Zusammenarbeit sollte idealerweise im pädagogischen Konzept der Schule verankert sein. Zur Einbindung von außerschulischen Bildungspartnern können Ganztagsschulen ab dem Schuljahr 2025/26 bis zu 70 % der zusätzlichen Lehrerwochenstunden monetarisieren, also mit dem Gegenwert von Lehrkräftestellen Ganztagsangebote externer Partner finanzieren.

Damit Vereine und Verbände auch selbst von einer Kooperation profitieren, sind eine verlässliche Vergütung, klare organisatorische Rahmenbedingungen und eine unbürokratische Koordination, die die Gegebenheiten vor Ort berücksichtigt, unerlässlich. Wir setzen uns weiterhin dafür ein, die Vernetzung zwischen Schulen und außerschulischen Partnern zu stärken, damit diese mit ihren ehrenamtlichen Strukturen am Ganztagsbetrieb teilhaben und dort dauerhaft verankert werden können. Dabei ist es wichtig, bürokratische Hürden abzubauen und die Kooperationen zwischen Land und Kommunen zu verbessern, damit Vereine und Verbände ihre Arbeit leichter leisten können.

Durch gezielte Fortbildungs- und Vernetzungsangebote wollen wir die Motivation der Ehrenamtlichen fördern und ihre Arbeit nachhaltig unterstützen.

Der Rechtsanspruch wird bis auf vier Wochen Schließzeit im Jahr auch in den Schulferien gelten. Bestens etablierte Angebote der Jugendverbände und Jugendringe wie beispielsweise Zeltlager und Freizeiten sollen in der Ferienzeit rechtsanspruchserfüllend sein – dafür setzen wir uns ein. Dies soll auch für Angebote gelten, die nicht am Wohnort stattfinden.

Wir Grüne stehen für eine ganztägige Bildung, die auf Vielfalt, Teilhabe und gelingende Kooperation baut – mit starken Partnern aus der Zivilgesellschaft. Nur wenn die Rahmenbedingungen stimmen, kann das wertvolle ehrenamtliche Engagement erhalten und weiterentwickelt werden.

Wie will die CDU Baden-Württemberg sicherstellen, dass Jugendverbände und Jugendringe beim Ausbau des Ganztags nicht nur mitgedacht, sondern verbindlich eingebunden und ausreichend finanziert werden?

Ganztägige Bildung ist mehr als ganztägige Schule: kognitives, soziales und emotionales Lernen sollen sich verbinden. Die CDU befürwortet eine verlässliche Kooperation mit außerschulischen Partnern. Das schließt außerschulische Lernorte ein.

Zur Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung hat die CDU eine Betriebskostenfinanzierung von 68% für kommunale Betreuungsangebote eingebracht, die jahrgangsweise mit dem Rechtsanspruch aufwächst. Sie befürwortet die Umsetzung kommunaler Koordinierungsstellen Ganztag und Betreuung, damit Grundschulleitungen entlastet und außerschulische Partner gelingend eingebunden werden.

Wie sorgt die SPD Baden-Württemberg dafür, dass Jugendverbände und Jugendringe als gleichwertige Partner in die Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztag eingebunden und verlässlich finanziert werden?

Jugendverbände, Jugendringe, Sportvereine, Musik- und Kulturvereinigungen usw. sind wichtige Partner, ohne die die Ganztagsschule bzw. die Ganztagsbetreuung nicht umgesetzt werden soll – und im Übrigen auch nicht umgesetzt werden kann. Denn zum einen wird es nicht möglich sein, genügend Lehrkräfte oder Erzieher:innen für die zusätzlichen Zeiten zu gewinnen, und zum anderen ist es uns von der SPD auch wichtig, bei den Kindern und Jugendlichen Neigungen zu stärken, die sie etwa in Chören, Sportvereinen oder in der Jugendarbeit weiter ausbauen können. Dafür schaffen wir langfristige Kooperationsmodelle mit fairer Vergütung für die Mitarbeitenden der Partner. Im Hinblick auf Qualität, Verlässlichkeit und Finanzierung braucht das aber einen großen Vorlauf und verbindliche Absprachen. Dies hätte schon längst geschehen müssen.

Wie will die FDP/DVP Baden-Württemberg sicherstellen, dass Jugendverbände und Jugendringe als eigenständige Bildungspartner mit Wahlfreiheit in die Umsetzung des Ganztags eingebunden und fair finanziert werden?

Wir Freie Demokraten stehen für einen Ganztag, der Vielfalt, Wahlfreiheit und Qualität sichert. Ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote sollen sich an den Bedürfnissen von Kindern, Jugendlichen und Familien orientieren und dürfen nicht als starres Einheitssystem ausgestaltet werden. Deshalb setzen wir auf flexible Ganztagsmodelle, die unterschiedliche Träger, Konzepte und Zeitstrukturen ermöglichen. Wir wollen, dass außerschulische Akteure – darunter auch Jugendverbände und Jugendringe – als eigenständige Partner eingebunden werden können.

Kooperationen im Ganztag sollen freiwillig erfolgen und die jeweilige Eigenständigkeit der Partner respektieren. Jugendverbände dürfen nicht zu bloßen Erfüllungsgehilfen schulischer Strukturen werden, sondern sollen ihre pädagogischen Konzepte selbstbestimmt einbringen können. Zentral ist für uns eine auskömmliche, transparente und verlässliche Finanzierung des Ganztags. Wir setzen uns dafür ein, dass die Finanzierung der Ganztagsangebote nicht einseitig auf Kommunen oder freie Träger abgewälzt wird.

Das Land muss seiner Verantwortung gerecht werden und dauerhaft Mittel bereitstellen, die sowohl Personal- als auch Sachkosten realistisch abbilden. Kurzfristige Projektförderungen halten wir für ungeeignet, um stabile Strukturen im Ganztag aufzubauen. Wir befürworten zudem den Aufbau kommunaler oder regionaler Koordinierungsstellen, die Kooperationen zwischen Schulen, Kommunen und außerschulischen Partnern organisieren und unterstützen. Diese Stellen sollen entlasten, vernetzen und Qualität sichern, ohne zusätzliche Bürokratie aufzubauen. Ziel ist es, klare Ansprechpartner zu schaffen und Doppelstrukturen zu vermeiden.

Ein besonderes Augenmerk legen wir auf die Feriengestaltung. Ganztag darf nicht am Schuljahresende enden. Wir wollen verlässliche, qualitativ hochwertige und bedarfsgerechte Ferienangebote ermöglichen, die mit bestehenden Strukturen der Kinder- und Jugendarbeit verzahnt sind. Ferienangebote sollen flexibel ausgestaltet sein und Eltern Wahlmöglichkeiten bieten, ohne bestehende Ferienfreizeiten oder Angebote der Jugendverbände zu verdrängen.

Insgesamt verfolgen wir als FDP einen Ganztagsansatz, der Qualität vor Quantität stellt, Wahlfreiheit erhält und die Vielfalt außerschulischer Bildungsangebote bewusst einbindet.

(Frei-)Räume und Jugendkultur

Wie stellen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Baden-Württemberg sicher, dass junge Menschen überall im Land Zugang zu sicheren, inklusiven und kommerzfreien Räumen für Begegnung, Kreativität und Freizeit haben?

Junge Menschen brauchen Freiräume, um sich zu entfalten, Gemeinschaft zu erleben und Demokratie praktisch zu erfahren. Wir Grüne setzen uns dafür ein, dass alle Jugendlichen sowohl in der Stadt als auch auf dem Land Zugang zu sicheren, inklusiven und kommerz- und konsumfreien Räumen haben. Dazu zählen Jugendhäuser, selbstverwaltete Zentren, Jugendverbandsräume sowie die Mobile- und die Offene Kinder- und Jugendarbeit. Wir stärken diese Räume durch verlässliche Landesförderung, Investitionen in Jugendbildungs-, Freizeit- und Übernachtungsstätten und sichern ihre Infrastruktur gegen Verdrängung oder Sparzwänge.

Unser Ziel ist es, Freiräume als Orte der kulturellen Entfaltung, Begegnung und Demokratiebildung zu erhalten. Die Landespolitik unterstützt Kommunen gezielt beim Ausbau neuer Einrichtungen und der Sanierung bestehender Angebote. Jugendverbände und Fachkräfte werden in Planung und Umsetzung eingebunden, damit Angebote vor Ort den Bedürfnissen junger Menschen entsprechen. Mit dem Masterplan Jugend als strategischem Rahmen verankern wir diese Förderung langfristig und nachhaltig.

Mit welchen Maßnahmen stärken die GRÜNEN eine vielfältige, selbstorganisierte und lebendige Jugendkultur?

Die Grünen stärken eine vielfältige, selbstorganisierte und lebendige Jugendkultur, indem sie Jugendverbände, Jugendhäuser und selbstverwaltete Zentren als zentrale Orte der Kreativität und Mitbestimmung fördern. Kulturelle und künstlerische Projekte werden durch verlässliche Landesförderung, Projektmittel und Unterstützung in der Infrastruktur gesichert. Auch die Mobile- und die Offene Kinder- und Jugendarbeit werden gestärkt, um Jugendliche in allen Regionen zu erreichen. Vielfalt, Subkulturen, queere Jugendkultur, migrantische Selbstorganisation und inklusive Angebote gehören für uns selbstverständlich dazu.

Wir setzen auf verbindliche Beteiligung von jungen Menschen bei der Gestaltung von Angeboten und Freiräumen, fördern kulturelle Vielfalt, inklusive Aktivitäten und demokratische Bildungsformate. Mit dem Masterplan Jugend schaffen wir langfristige Planungssicherheit und sichern Räume, in denen Jugendliche ihre Kultur selbst gestalten und ausprobieren können.

Wie sorgt die CDU Baden-Württemberg dafür, dass junge Menschen überall im Land echte, sichere und kostenlose Freiräume für Begegnung, Kreativität und Freizeit haben?

Mit welchen konkreten Initiativen stärkt die CDU eine vielfältige, lebendige und selbstbestimmte Jugendkultur?

Wir setzen auf verlässliche und stabile Strukturen, in denen sich junge Menschen engagieren können. Vereine, Musik- und Kunstschulen und Jugendkulturinitiativen müssen Planungssicherheit haben, damit ehrenamtliches Engagement nicht durch unsichere Finanzierung ausgebremst wird. Als CDU stehen wir als verlässlicher Partner an der Seite der Träger.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Stärkung des Ehrenamts und der Abbau von Bürokratie. Junge Menschen sollen sich auf ihre kreativen Projekte konzentrieren können und nicht an komplizierten Anträgen oder rechtlichen Hürden scheitern. Wichtig ist uns außerdem die frühe Heranführung an freiwilliges Engagement. Kulturelle Bildung in Schulen, Ganztagsangeboten und der außerschulischen Jugendarbeit schafft Zugänge zu Kunst und Kultur und weckt die Bereitschaft, sich später freiwillig einzubringen.

Wie sorgt die SPD Baden-Württemberg dafür, dass alle jungen Menschen – unabhängig von Herkunft, Wohnort oder Einkommen – Zugang zu sicheren, woh-nortnahen und kommerzfreien Räumen für Freizeit, Begegnung und Kultur haben? Mit welchen konkreten Maßnahmen stärkt die SPD eine vielfältige, inklusive und selbstorganisierte Jugendkultur?

Die SPD macht sich stark, dass alle Kinder und Jugendlichen in ganz Baden-Württemberg Zugang zu kultureller Bildung haben. Insbesondere für armutsbetroffene Kinder und Jugendliche werden wir den Zugang zu Kunst- und Kultur angeboten sicherstellen. Denn Kunst und Kultur müssen allen offen stehen.

Dabei spielen die Schulen und die Kitas eine wichtige Rolle: Die SPD wird Kulturbotschafter:innen in Schulen einsetzen, um Kooperationen zwischen Ganztagsschulen und Kulturschaffenden und -institutionen zu ermöglichen. Partnerschaften zwischen Kulturschaffenden und -institutionen sowie Kitas und Schulen sind wichtig, um Kindern und Jugendlichen einen einfacheren Zugang zu Angeboten im Kunst-, Kultur- und Freizeitbereich zu ermöglichen. Es war daher wichtig, dass die Kooperationsgelder mit Kitas und Schulen verstetigt wurden. Die SPD wird solche Kooperationen zudem über die Einrichtung eines Fonds in Höhe von 20 Mio. Euro stärken. Diesen hat die SPD bereits mehrfach in den Haushaltsberatungen im Landtag gefordert. Der Fonds bietet Schulleitungen ein flexibel einsetzbares Budget, um unter anderem Kooperationen im kulturellen Bereich zu finanzieren.

Die SPD will den Zugang zu den Landesmuseen allen Erwachsenen und Jugendlichen ermöglichen und setzt sich deshalb für freien Eintritt zu Dauerausstellungen in den Landesmuseen ein. Zudem führen wir von der SPD einen landesweiten Kulturpass ein, mit dem allen jungen Menschen in Baden-Württemberg einmalig ein Guthaben von 100 Euro für Kulturangebote zur Verfügung steht.

Grundlage der Kulturpolitik der SPD ist eine verlässliche Finanzierung und transparente Förderung von Kunst und Kultur, auch von Jugendkultur. Die aktuelle Landesregierung hat es versäumt, die Kulturfinanzierung zukunftssicher zu gestalten und gefährdet so die reiche Kulturlandschaft Baden-Württembergs. Aus Sicht der SPD sind Kultur und insbesondere die Jugendkultur zentrale Bestandteile unserer Gesellschaft und tragen zum Zusammenhalt und zur Demokratieförderung bei. Zudem wirkt Kultur inklusiv. Deshalb legt die SPD großen Wert auf Barrierefreiheit in Kulturorten.

Die SPD steht für eine offene und diverse Kulturlandschaft. Ein Förderprogramm für migrantische Perspektiven in Kunst und Kultur stärkt die Repräsentation aller gesellschaftlichen Gruppen und fördert die Beteiligung von Künstler:innen mit Migrationsgeschichte. Vielfalt und Inklusion sichern wir durch die wichtige Arbeit des Zentrums für kulturelle Teilhabe Baden-Württemberg. Soziokulturelle Zentren spielen als Orte des Ehrenamts und der Nachwuchsförderung eine bedeutende Rolle.

Wie setzt sich die FDP/DVP Baden-Württemberg dafür ein, dass junge Menschen mehr Freiräume für selbstorganisierte, nicht-kommerzielle Freizeit-, Kultur- und Begegnungsangebote erhalten?

Wir Freie Demokraten wollen, dass junge Menschen in Baden-Württemberg mehr Freiräume erhalten, um Freizeit, Kultur und Begegnung selbst zu gestalten, ohne Bevormundung und ohne unnötige Hürden. Dazu gehört für uns vor allem, bürokratische Hemmnisse abzubauen und Engagement so zu unterstützen, dass Initiativen und Jugendgruppen ihre Zeit in Inhalte statt in Antrags- und Nachweispflichten investieren können. Gleichzeitig wollen wir jugendpolitische Themen ressortübergreifend besser koordinieren, damit Angebote und Unterstützung im Land schneller und wirksamer ankommen.

Welche Maßnahmen ergreift die FDP/DVP, um eine vielfältige, kreative und von Eigeninitiative geprägte Jugendkultur zu fördern?

Jugendkultur lebt von Eigeninitiative, Kreativität und dem Mut, Neues auszuprobieren. Wir wollen deshalb Rahmenbedingungen schaffen, die Engagement leichter machen und sichtbar anerkennen, etwa durch moderne Formen der Unterstützung und eine Kulturpolitik, die nicht nur in den Zentren wirkt, sondern kulturelle Angebote in der Fläche stärkt. Dazu gehört für uns auch, Kulturförderung verlässlicher, übersichtlicher und strategischer auszurichten, indem wir sie in einem Landeskulturplan, analog zum Landessportplan, bündeln und weiterentwickeln. So schaffen wir mehr Transparenz, bessere Koordination und langfristige Perspektiven für Träger und junge Engagierte, die Jugendkultur vor Ort möglich machen.

Freiwilligendienste stärken

Wie wollen die GRÜNEN Baden-Württemberg Freiwilligendienste ausbauen, aufwerten und sozial gerecht gestalten?

Die GRÜNEN Baden-Württemberg verstehen Freiwilligendienste wie das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) oder das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) als wichtige Bildungs- und Orientierungsphasen, die gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern und junge Menschen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung stärken.

Für uns ist zentral, dass Freiwilligendienste freiwillig bleiben und allen jungen Menschen offenstehen, unabhängig vom Einkommen der Eltern oder der eigenen Lebenssituation. Deshalb setzen wir uns dafür ein, Freiwilligendienste auszubauen, sichtbarer zu machen und sozial gerechter auszugestalten. Dazu gehört, die Pro-Kopf-Förderung für Träger regelmäßig zu evaluieren und anzupassen, um Qualität und Planungssicherheit zu gewährleisten. Landesweite Informations- und Werbekampagnen sollen mehr junge Menschen für einen Freiwilligendienst gewinnen.

Gleichzeitig wollen wir finanzielle Hürden abbauen, etwa durch Unterstützung für Freiwillige, die für ihren Dienst aus dem Elternhaus ausziehen müssen, sowie durch die gezielte Förderung von Einsatzstellen, die Wohnraum zur Verfügung stellen. Ziel ist ein System, in dem Engagement anerkannt wird und nicht an finanziellen oder organisatorischen Barrieren scheitert.

Welche konkreten Maßnahmen planen die GRÜNEN zur Stärkung von Trägern, Einsatzstellen und Strukturen sowie zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Freiwilligendienstleistende (z. B. Vergütung, Anerkennung, soziale Absicherung)?

Um Träger, Einsatzstellen und Strukturen dauerhaft zu stärken, setzen die GRÜNEN auf verlässliche Finanzierung, Entbürokratisierung und fachliche Unterstützung. Förderstrukturen sollen so gestaltet werden, dass Träger langfristig planen können und nicht von kurzfristigen Projektmitteln abhängig sind. Gleichzeitig wollen wir Antrags- und Abrechnungsverfahren vereinfachen, damit mehr Zeit für pädagogische Begleitung und Qualität bleibt.

Vernetzungs- und Qualifizierungsangebote sollen den Austausch guter Praxis fördern und die pädagogische Qualität der Freiwilligendienste weiterentwickeln.

Für Freiwilligendienstleistende streben wir verbesserte Rahmenbedingungen an, darunter eine angemessene Vergütung, eine bessere soziale Absicherung sowie die stärkere Anerkennung der Dienstzeiten in Ausbildung, Studium und Beruf. So wollen wir Freiwilligendienste als verlässliche, attraktive und sozial gerechte Engagement- und Bildungschance weiterentwickeln.

Wie will die CDU Baden-Württemberg Freiwilligendienste gezielt ausbauen und attraktiver machen?

Welche konkreten Verbesserungen plant die CDU für Träger, Einsatzstellen und Strukturen sowie für junge Menschen im Freiwilligendienst; z. B. Anerkennung, Vergütung, Absicherung?

In keinem anderen Land wird das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) so stark aus dem Landeshaushalt unterstützt, wie in Baden-Württemberg. Das schlägt sich auch in den Teilnehmerzahlen nieder. So absolvierten Ende 2024 fast 14.000 junge Menschen ein FSJ in Baden-Württemberg. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um 14 Prozent und der zweithöchste Stand seit Einführung des FSJ.

Die jährlichen Zuschüsse des Landes für die FSJ-Träger wurden Anfang des Jahres 2024 von 500 Euro auf 550 Euro pro Freiwilligem erhöht. Insgesamt wurden die Landesmittel zur FSJ-Förderung in den vergangenen Jahren in mehreren Schritten auf zuletzt 6,85 Mio. Euro angehoben. Außerdem wurden in dieser Legislaturperiode auch die Plätze im FSJ Sport und Schule um 250 erhöht; dafür stehen im Landeshaushalt nun 1,25 Mio. Euro zur Verfügung.

Wie will die SPD Baden-Württemberg Freiwilligendienste ausbauen, fair entlohnen und sozial absichern? Welche konkreten Verbesserungen plant die SPD für Träger, Einsatzstellen und Strukturen sowie für Freiwilligendienstleistende, z. B. Vergütung, Mitbestimmung, soziale Absicherung?

Wir schaffen neue Anreize für den Freiwilligendienst. Freiwilligendienste wie das FSJ sind ein wichtiger Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wir bekennen uns zu einem Recht auf Freiwilligendienst für junge Menschen. Wir erhöhen die Landesförderung mit dem Ziel, Freiwilligendienste attraktiver zu gestalten. Wir wollen kostenlose ÖPNV-Tickets für Freiwilligendienstleistende stellen und mehr Einsatzmöglichkeiten schaffen. Wir wollen daher die Finanzierung der Freiwilligendienste auf Grundlage einer Bund-Länder-Vereinbarung weiterentwickeln.

Zur Unterstützung der beruflichen Orientierung und persönlichen Entwicklung, der Stärkung des freiwilligen Engagements muss jeder junge Mensch nach Ende der Schulzeit die Möglichkeit haben, sich für ein Jugendfreiwilligenjahr zu entscheiden. Wir werden einen Rechtsanspruch auf Förderung aller Freiwilligendienst-Vereinbarungen für „Unter-27-Jährige“ schaffen, beispielweise im Freiwilligen Sozialen Jahr oder in internationalen Freiwilligendiensten.

Wir von der SPD wollen die Wohlfahrtsverbände bedarfsgerecht ausstatten. Das Freiwillige Soziale Jahr Digital (FSJdigital) werden wir neu auflegen. Das Engagement in Jugendfreiwilligendiensten muss für junge Menschen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft möglich sein. Dafür soll es ein bundesweit einheitliches Freiwilligengeld geben, das junge Menschen zusammen mit dem neuen gestaf-felten Kindergeld elternunabhängig absichert.

Wie möchte die FDP/DVP Baden-Württemberg Freiwilligendienste attraktiver gestalten und stärker mit Ausbildung, Studium und Beruf verzahnen?

Wir Freie Demokraten wollen, dass Engagement sichtbar anerkannt wird und jungen Menschen konkrete Vorteile eröffnet: beim Bildungsweg, beim Berufseinstieg und bei Bewerbungen. Deshalb setzen wir darauf, ehrenamtliches Engagement stärker zu berücksichtigen, anzurechnen und aufzuwerten.

Zugleich unterstützen wir Angebote, die Freiwilligendienste in konkrete Lebens- und Ausbildungsrealitäten integrieren, beispielsweise indem bestehende Programme bedarfsgerecht ausgebaut werden. Ein Beispiel hierfür ist für uns die Weiterentwicklung und der Ausbau von FSJ Sport und Schule.

Welche konkreten Maßnahmen schlägt die FDP/DVP vor zur Entlastung und Stärkung von Trägern und Einsatzstellen sowie zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Freiwilligendienstleistende (z. B. Anerkennung, Flexibilität, Anschlussfähigkeit)?

Wir Freie Demokraten setzen auf drei zentrale Ansatzpunkte: Bürokratieabbau, Anerkennung und praktikable Rahmenbedingungen. Erstens wollen wir Träger und Einsatzstellen deutlich entlasten, indem Verwaltungs- und Nachweispflichten reduziert, Verfahren digitalisiert und Förderbedingungen vereinfacht werden. Freiwilligendienste dürfen nicht an komplizierten Vorgaben oder unverhältnismäßigem Verwaltungsaufwand scheitern.

Zweitens wollen wir ehrenamtliches Engagement sichtbarer und attraktiver anerkennen. Dazu setzen wir auf eine moderne, digitale Ehrenamtskarte mit echten Vorteilen, die landesweit nutzbar und bürokratiearm ausgestaltet ist. Anerkennung soll für junge Menschen einen spürbaren Mehrwert bieten. Drittens fordern wir verbesserte materielle und organisatorische Rahmenbedingungen für Freiwilligendienstleistende. Dazu gehören eine auskömmliche finanzielle Ausstattung der Dienste, verlässliche Unterstützung bei Mobilitätskosten sowie mehr Flexibilität in der Ausgestaltung der Freiwilligendienste.

Gleichzeitig wollen wir die Anschlussfähigkeit an Ausbildung, Studium und Beruf stärken, etwa durch bessere Anerkennung der erworbenen Kompetenzen und klarere Übergänge in Bildungs- und Berufswege. Unser Ziel ist es, Freiwilligendienste attraktiv, freiwillig und lebensnah zu gestalten – als echte Chance zur Orientierung und persönlichen Entwicklung.

Ehrenamt unterstützen und wertschätzen

Wie unterstützen die GRÜNEN Baden-Württemberg junge Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, nachhaltig und wirksam?

Für die GRÜNEN Baden-Württemberg ist das Ehrenamt ein zentraler Pfeiler des gesellschaftlichen Zusammenhalts, gerade für junge Menschen, die Verantwortung übernehmen, Demokratie praktisch erleben und Gemeinschaft gestalten. Deshalb setzen wir uns dafür ein, junges ehrenamtliches Engagement nachhaltig zu unterstützen und wirksam anzuerkennen.

Ein wichtiger Baustein ist die Ehrenamtskarte, die landesweit eingeführt wurde und schrittweise ausgebaut wird. Sie schafft niedrigschwellige Anerkennung und macht Engagement sichtbar.

Ergänzend fördern wir gezielt Projekte und Programme, die junge Menschen an ehrenamtliches Engagement heranführen und bestehende Strukturen stärken, etwa im Rahmen der Engagementsstrategie Baden-Württemberg. Dazu gehören Qualifizierungsangebote für junge Engagierte, Modellprojekte zur Nachwuchsgewinnung in Vereinen und Verbänden sowie Unterstützungsangebote für Jugendinitiativen, Jugendverbände und selbstorganisierte Projekte. Auch Instrumente wie der Engagementnachweis Baden-Württemberg, der im Bewerbungs- oder Bildungsweg genutzt werden kann, tragen dazu bei, Engagement sichtbar und anerkannt zu machen.

Aus Grüner Sicht braucht Ehrenamt neben ideeller Wertschätzung auch konkrete, alltagstaugliche Vorteile, damit sich junge Menschen langfristig engagieren können. Dazu zählen insbesondere Vergünstigungen im Bereich Mobilität (z. B. Rabatte im ÖPNV oder bei Sharing-Angeboten), Kultur und Freizeit (ermäßigte Eintritte, Veranstaltungen) sowie perspektivisch digitale und administrative Erleichterungen. Diese Maßnahmen entlasten junge Engagierte ganz konkret im Alltag.

Vergünstigungen bei Mobilität, Kultur oder Freizeit senken Zeit- und Kostenaufwand und machen es leichter, Wege zu Sitzungen, Projekten oder Schulungen mit Schule, Ausbildung, Studium oder Arbeit zu verbinden. Digitale und vereinfachte Verfahren reduzieren Bürokratie und sparen Zeit, die sonst für Anträge oder Abrechnungen verloren geht. So bleibt mehr Raum für das eigentliche Engagement – ohne dass andere Verpflichtungen darunter leiden.

Wie wollen die GRÜNEN die Ehrenamtskarte/Juleica weiterentwickeln und mit attraktiven, landesweit gültigen Vorteilen stärken?

Die Ehrenamtskarte und die Juleica wollen die GRÜNEN gezielt weiterentwickeln und enger miteinander verzahnen. Unser Ziel ist eine flächendeckende, jugendfreundliche Lösung, die unabhängig vom Wohnort beantragt werden kann. Ehrenamtskarte und Juleica sollen landesweit gültige Vorteile bieten, insbesondere in den Bereichen Mobilität, Kultur und Freizeit. Juleica-Inhaber*innen sollen zusätzliche Anerkennung und praktische Erleichterungen erhalten, etwa durch Vergünstigungen im öffentlichen Nahverkehr oder bei Freizeitangeboten.

Regionale Partner und Angebote vor Ort sollen eingebunden werden, um Ehrenamt sichtbar zu machen und lokale Wertschätzung zu stärken. So wird Engagement nicht nur symbolisch gewürdigt, sondern im Alltag konkret unterstützt.

Für welche konkreten Maßnahmen zum Bürokratieabbau setzen sich die GRÜNEN ein, damit junge Ehrenamtliche mehr Zeit für Engagement statt für Verwaltung haben?

Ein zentrales Anliegen der GRÜNEN ist außerdem der Abbau von Bürokratie im Ehrenamt. Junge Menschen sollen ihre Zeit für Projekte, Menschen und Ideen einsetzen können, nicht für Formulare. Deshalb setzen wir uns für vereinfachte und verständliche Antrags- und Abrechnungsverfahren ein, etwa bei Fördermitteln.

Digitale Prozesse, klare Zuständigkeiten und transparente Verfahren sollen den Aufwand deutlich reduzieren. Ergänzend wollen wir Beratung und Unterstützung ausbauen, zum Beispiel durch feste Ehrenamtsansprechpartner*innen in Stadt- und Landkreisen. Bürokratieabbau und eine Kultur der Anerkennung gehen für uns Hand in Hand, damit ehrenamtliches Engagement für junge Menschen attraktiv, machbar und wertgeschätzt bleibt.

 

Kurz gefasst: Die Grünen setzen auf vereinfachte digitale Verfahren, klare Zuständigkeiten und kommunale Beratung, damit junge Ehrenamtliche mehr Zeit für ihr Engagement statt für Verwaltung haben.

Wie stärkt die CDU Baden-Württemberg das ehrenamtliche Engagement junger Menschen nachhaltig und alltagsnah? Für welche konkreten Erleichterungen setzt sich die CDU ein, damit junge Ehrenamtliche weniger Bürokratie und mehr Zeit fürs Engagement haben?

Wie will die CDU die Ehrenamtskarte/Juleica weiterentwickeln und für junge Menschen spürbar attraktiver machen? Welche landesweiten Vorteile und Vergünstigungen sollen dazugehören?

Das Ehrenamt ist für uns ein Thema von herausragender Bedeutung. Deshalb wollen wir zukünftig die Unterstützung des Ehrenamts durch ein Mitglied der Landesregierung zentral koordinieren lassen.

Wir begrüßen im Übrigen die Erleichterungen, die jüngst von der CDU-geführten Bundesregierung im Bereich des Ehrenamtes auf den Weg gebracht wurden, namentlich die Anhebung der Übungsleiter- und der Ehrenamtspauschale sowie der erweiterten Freistellung ehrenamtlich Tätiger von Haftungsrisiken.

Um das ehrenamtliche Engagement weiter auszubauen, wollen wir den Tag des Ehrenamts für eine Ehrenamtsoffensive im Land nutzen.

Die bislang noch in zu wenigen Landkreisen angebotene Ehrenamtskarte Baden-Württemberg werden wir gemeinsam mit den Vereinen und Kommunen gezielt verbessern und zugleich unbürokratischer gestalten. Auch die Jugendleiterkarte „Juleica“ als Ehrenamtskarte der Kinder- und Jugendarbeit werden wir weiter aufwerten.

Die Vorschläge des Normenkontrollrates zur Entlastung der Vereine und des Ehrenamts von bürokratischen Vorgaben werden wir weiter konsequent umsetzen. Auch auf europäischer Ebene werden wir uns für praxisgerechte Lösungen etwa im Bereich des Datenschutzes einsetzen. Die Beratungs- und Serviceleistungen der Registergerichte wollen wir weiter ausbauen.

Wie unterstützt und würdigt die SPD Baden-Württemberg junge Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren? Wie will die SPD die Ehrenamtskarte/Juleica weiterentwickeln und mit attraktiven, landesweit gültigen Vorteilen ausstatten? Für welche konkreten Maßnahmen zum Bürokratieabbau setzt sich die SPD ein, damit junge Ehrenamtliche weniger Verwaltungsaufwand und mehr Zeit für Engagement haben?

Die Maßnahmen der grün-schwarzen Landesregierung zur Einführung einer landesweiten Ehrenamtskarte haben wir unterstützt. In anderen Bundesländern gibt es diese Form der Anerkennung schon längst. Dass die Einführung bisher so lange gedauert hat und die Ehrenamtskarte in den meisten Regionen Baden-Württembergs immer noch nicht in der Praxis angekommen ist, betrachten wir jedoch mit Kritik. An dieser Stelle wollen wir deutlich schneller vorankommen.

Wir entlasten die Vereine durch digitale Verfahren und landesweit einheitliche Standards.

Im Bund haben wir jüngst das Zukunftspaket Ehrenamt beschlossen. Es beinhaltet die Erhöhung der Ehrenamtspauschale von 840 auf 960 Euro und die Erhö-hung der Übungsleiterpauschale von 3.000 auf 3.300 Euro. Die Haftungsprivilegierung für ehrenamtlich Tätige wird vereinheitlicht und ebenfalls auf 3.300 Euro angehoben. Zusätzlich profitieren gemeinnützige Vereine von höheren steuerlichen Freigrenzen und vereinfachten Nachweispflichten, was ihre Arbeit deutlich erleichtert: Die Einnahmen-Grenze, ab der gemeinnützige Organisationen ihre Mittel möglichst bald verwenden müssen, wird von derzeit 45.000 auf 100.000 Euro pro Jahr ausgeweitet. Die Freigrenze aus wirtschaftlichem Geschäftsbetrieb für gemeinnützige Vereine steigt von 45.000 auf 50.000 Euro pro Jahr.

Weitere Schritte zur Entlastung und Förderung des Engagements sind von uns geplant. Dazu gehört insbesondere der gezielte Abbau bürokratischer Belastungen, unter anderem durch Vereinfachungen des Vereins- und Datenschutzrechts, die viele Initiativen und Vereine im Alltag ausbremsen.

 

Wie will die FDP/DVP Baden-Württemberg junge Ehrenamtliche gezielt unterstützen und von bürokratischen Hürden entlasten?

Wir Freie Demokraten wollen ehrenamtliches Engagement – gerade von jungen Menschen – erleichtern, nicht verkomplizieren. Freiwilliges Ehrenamt darf nicht durch übermäßige Bürokratie, komplexe Förderlogiken oder rechtliche Unsicherheiten entmutigt werden. Deshalb setzen wir auf einen konsequenten Abbau von Verwaltungs- und Dokumentationspflichten im Ehrenamt.

Wir wollen Verfahren vereinfachen, standardisieren und stärker digitalisieren, damit junge Ehrenamtliche ihre Zeit für inhaltliche Arbeit und nicht für Formulare aufwenden müssen. Gleichzeitig setzen wir auf klare, verständliche Regelungen, die Rechtssicherheit schaffen und Engagement planbar machen. Ehrenamtliche Strukturen sollen mit Vertrauen behandelt werden, nicht mit Misstrauen.

Wie soll die Ehrenamtskarte/Juleica weiterentwickelt werden, um echte Mehrwerte und attraktive Vergünstigungen zu bieten?

Wir Freie Demokraten wollen die Ehrenamtskarte und die Juleica zu modernen, attraktiven Anerkennungsinstrumenten weiterentwickeln, die insbesondere für junge Menschen einen spürbaren Mehrwert haben. Anerkennung darf nicht symbolisch bleiben, sondern muss sich im Alltag auszahlen. Wir setzen uns dafür ein, dass die Ehrenamtskarte digital, unbürokratisch und landesweit nutzbar ist. Sie soll Zugang zu echten Vergünstigungen eröffnen, etwa in den Bereichen Mobilität, Kultur, Sport und Freizeit.

Wichtig ist uns dabei auch private Akzeptanzstellen mit einzubinden, für wirklich attraktive Angebote. Gleichzeitig wollen wir bestehende Nachweise bündeln und vereinfachen, sodass Ehrenamtliche nicht mehrere Systeme parallel nutzen müssen. Ziel ist eine attraktive Anerkennung, die Engagement sichtbar macht und zur Nachahmung ermutigt.

Für welche konkreten Maßnahmen zur Vereinfachung von Organisation, Verwaltung und Abrechnung ehrenamtlicher Projekte setzt sich die FDP/DVP ein?

Wir Freie Demokraten setzen uns für eine grundlegende Vereinfachung der organisatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen ehrenamtlicher Projekte ein. Förderverfahren sollen übersichtlich, verständlich und verhältnismäßig ausgestaltet sein. Wir wollen weniger kleinteilige Zweckbindungen, pauschalierte Abrechnungsmodelle und realistische Nachweisanforderungen, die sich am Umfang der Förderung orientieren.

Wir fordern zudem, dass digitale Verfahren zum Standard werden: von der Antragstellung über die Mittelbewirtschaftung bis zur Abrechnung. Doppelprüfungen, parallele Berichtspflichten und uneinheitliche Vorgaben sollen reduziert werden. Insbesondere kleine Initiativen und Jugendgruppen sollen Projekte ohne professionellen Verwaltungsapparat umsetzen können.

Insgesamt verfolgen wir das Ziel, ehrenamtliche Arbeit organisatorisch zu erleichtern, finanziell kalkulierbar zu machen und rechtlich abzusichern – damit Engagement möglich bleibt und nicht an Verwaltung scheitert.

Generationengerechter Klimaschutz

Welche konkreten Schritte schlagen die GRÜNEN Baden-Württemberg für einen ambitionierten, sozial und generationengerechten Klimaschutz vor?

Ganz konkret schlagen wir eine Klimamilliarde für die Kommunen vor: Es ist vorgesehen, dass Kommunen im Land regelmäßig Geld für den Klimaschutz bekommen, und zwar über die Verankerung der „Klimamilliarde“ im Land. Diese soll über zehn Jahre hinweg jährlich an Stadt- und Landkreise fließen, damit sie diese Mittel für Klimaschutz oder die Anpassung an den Klimawandel verwenden können.

Weitere konkrete Punkte in unserem Wahlprogramm sind:

  • Klimaneutralität Baden-Württembergs bis 2040 bei gleichzeitigem klarem Bekenntnis zum 1,5-Grad-Ziel
  • Verbindliches Klimaschutz- und Klimaanpassungsgesetz mit Sektorenzielen für 2035 und 2040, die alle Ressorts verpflichten, konkrete Maßnahmen zu entwickeln
  • Klimaschutz als Querschnittsaufgabe im Landesentwicklungsplan
  • Starker Fokus auf Emissionsvermeidung, Energieeinsparung und Effizienz; CCS/CCU nur bei nachweislich unvermeidbaren Emissionen als letztes Mittel

Dabei ist uns auch eine Klimasoziale Ausrichtung wichtig: Investitionen in Klimaschutz wollen wir explizit mit sozialer Gerechtigkeit verbinden, z. B. durch:

  • Förderprogramme für energetische Sanierung von sozialem Wohnraum
  • Hitzeschutzmaßnahmen für besonders betroffene Bevölkerungsgruppen
  • Forderung nach einem bundesweiten Klimageld

Wie stehen die GRÜNEN zu einem Sofortprogramm, um die Klimaziele bis 2040 verlässlich zu erreichen?

Tatsächlich brauch es aus unserer Sicht ein Bündel von rasch wirkenden Maßnahmen, um das Land auf den „Zielerreichungspfad“ zu bekommen. Im Falle einer Regierungsbeteiligung werden wir darauf dringen, dass die in unserem Klimaschutzgesetz festgelegte Dynamik und sämtliche Werkzeuge (Projektionsbericht, bei Zielverfehlung: innerhalb von vier Monaten nach Beschlussfassung erforderliche Maßnahmen, Einbeziehung des Klima-Sachverständigenrates) auch verbindlich eingehalten werden.

Welche jugendpolitisch relevanten Maßnahmen schlägt die CDU Baden-Württemberg für einen wirksamen und generationengerechten Klimaschutz vor? Wie positioniert sich die CDU zu einem Sofortprogramm, um die Klimaziele bis 2040 verlässlich zu erreichen?

Die Verantwortung für wirksamen Klimaschutz darf nicht auf die junge Generation abgewälzt werden. Es ist Aufgabe der heutigen Politik und der aktuellen Entscheidungsträger, jetzt ernsthaft und verantwortungsvoll zu handeln. Generationengerechter Klimaschutz bedeutet, heute die richtigen Rahmenbedingungen zu setzen, statt Erwartungen und Lasten auf morgen zu verschieben.

Gleichzeitig ist es uns wichtig, junge Menschen im Bildungsbereich sachlich und fundiert über Klimawandel, Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu informieren, damit sie sich eine eigene, reflektierte Meinung bilden können - nicht als Pflicht, sondern als Befähigung.

Baden-Württemberg verfügt bereits über ein umfangreiches Klima-Maßnahmen-Register mit konkreten, wirksamen Maßnahmen. Entscheidend ist jetzt nicht ein weiteres Sofortprogramm, sondern deren konsequente Umsetzung. Dazu gehören unter anderem der Ausbau klimafreundlicher Mobilität mit besseren ÖPNV-Angeboten, sicheren Radwegen und moderner Ladeinfrastruktur, die stärkere Nutzung erneuerbarer Energien auf öffentlichen Gebäuden sowie Investitionen in energieeffizientes und nachhaltiges Bauen.

Auch Maßnahmen wie die Holzbau-Offensive, Programme zur CO₂-Bindung in Böden oder transparente Beteiligungsmöglichkeiten über das öffentliche Klima-Maßnahmen-Register zeigen, dass Klimaschutz bereits konkret stattfindet. Gerade junge Menschen profitieren von diesen Maßnahmen, weil sie ihren Alltag unmittelbar betreffen. Für uns gilt: konsequenter Klimaschutz durch Umsetzung – nicht durch immer neue Ankündigungen.

Welche Maßnahmen schlägt die SPD Baden-Württemberg für einen sozial gerechten und generationengerechten Klimaschutz vor, der junge Menschen nicht überfordert? Wie positioniert sich die SPD zu einem Sofortprogramm zur Erreichung der Klimaziele bis 2040?

Aus der Perspektive der SPD erreichen wir die Klimaziele nur gemeinsam mit den Menschen und nicht gegen sie. Deshalb müssen alle in die Lage versetzt werden, diese mitzutragen. Gerade bei Klimaanpassungsmaßnahmen achten wir auf die soziale Dimension und haben besonders gefährdete Gruppen im Blick. Damit dies in unserer Gesellschaft gelingt, braucht es Teilhabe, Bildung und Haltung. Deshalb stärken wir Umweltbildung in Schulen, Kitas und der Erwachsenenbildung und unterstützen bürgerschaftliches Engagement.

Als sozialdemokratische Partei wollen wir den Wandel mutig und gerecht gestalten. Unser Ziel bleibt die Klimaneutralität bis 2040. Wir werden den notwendigen Aufholkurs einschlagen – ökologisch verantwortlich, wirtschaftlich stark und sozial gerecht. Klimaneutralität ist dann erfolgreich, wenn die Interessen der Arbeitnehmer:innen, der Wirtschaft und der Industrie berücksichtigt werden.

Der Schlüssel zur Klimaneutralität ist der massive Ausbau erneuerbarer Energien. Nur so sichern wir eine unabhängige, bezahlbare und klimafreundliche Energieversorgung. Wir halten an dem Ziel fest, 80 Prozent erneuerbare Energien an der Bruttostromerzeugung bis 2030 zu erreichen, und schaffen dafür die notwendigen Voraussetzungen.

Aus Sicht der SPD ist die Verfügbarkeit von Flächen die wichtigste Vorausset-zung für den Ausbau und die Nutzung erneuerbarer Energien. Das Flächenziel für die Windkraftnutzung und Photovoltaik heben wir von zwei Prozent je Region auf 3,2 Prozent landesweit an, um genügend Standorte zu ermöglichen.

Die Energiewende gelingt nur, wenn wir den Ausbau der erneuerbaren Energien mit einer modernen Infrastruktur verbinden. Wir von der SPD investieren in Stromnetze, Speicherlösungen und Ladeinfrastruktur für die Verkehrswende. An erster Stelle steht dabei der Ausbau der Verteil- und Übertragungsnetze.

Welche innovativen, technologieoffenen Maßnahmen schlägt die FDP/DVP Baden-Württemberg für einen generationengerechten Klimaschutz vor?

Wir stellen uns ein Baden-Württemberg vor, das mit modernster Technik klimafreundlich und zugleich wirtschaftlich stark ist. Ein Land, in dem Forschung und Unternehmergeist zusammenwirken, um neue Klimaschutztechnologien zu entwickeln und marktfähig zu machen. Statt starre Technologievorgaben zu machen, muss Politik die Ziele klar definieren und es dann den besten Ideen überlassen, den Weg dorthin zu finden. Eine wirkungsorientierte Klimapolitik misst sich an Ergebnissen, nicht an Symbolen.

Gerade unser Land hat dafür die besten Voraussetzungen. Hier entstehen Technologien, die weltweit gefragt sind. Hier gibt es Gründerinnen und Gründer, die bereit sind, neue Wege zu gehen, und Unternehmen, die mit Innovationskraft und Mut investieren. Deshalb wollen wir Reallabore und Experimentierräume für Energie- und Klimaschutztechnologien deutlich ausweiten, damit neue Ideen schnell und praxisnah getestet werden können.

Dabei sollen alle klimafreundlichen Technologien unabhängig von politischer Popularität gleichwertig behandelt werden. Wir wollen sämtliche verfügbaren Technologien nutzen, von Wasser, Wind und Sonne über Wasserstoff bis hin zu neuen Generationen der Kernenergie und der CO2-Speicherung.

Jede Klimaschutzmaßnahme und Förderung sollte sich daran messen lassen, wie viel CO2 pro investiertem Euro eingespart wird. Unser Leitspruch lautet: So viel Klimaschutz wie möglich für so wenige Euro wie nötig.

Wie steht die FDP/DVP zu einem Sofortprogramm zur Erreichung der Klimaziele bis 2040?

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Deshalb müssen wir Maßnahmen ergreifen, die auch wirklich etwas bringen. Wir Freie Demokraten stehen für eine ehrliche, effiziente und marktwirtschaftliche Klimapolitik, die auf Innovation und die Wirtschaftskraft unseres Landes setzt.

Deutschland und Baden-Württemberg sollten in der Frage der Klimaneutralität keinen Sonderweg gehen. Wir setzen auf EU-weit abgestimmte Ziele und Instrumente, insbesondere Klimaneutralität bis 2050 und einen starken europäischen Emissionshandel als zentrales Steuerungsinstrument. Wenn Baden-Württemberg strengere Ziele ausruft als der Bund oder die EU, obwohl in zentralen Bereichen wie Verkehr und Energie die entscheidenden gesetzlichen Handlungsmöglichkeiten fehlen, verliert Klimaschutz an Glaubwürdigkeit.

Zudem stehen weder ausreichende finanzielle Mittel noch Personal, Material und Ressourcen in ausreichendem Umfang zur Verfügung, um bereits 2040 Klimaneutralität zu erreichen. Klimaschutz muss deshalb als europäische Gemeinschaftsaufgabe verstanden werden, bei der alle 27 Mitgliedstaaten an einem Strang ziehen.

Was das Klima braucht, ist ein technologieoffenes, marktwirtschaftliches Gesamtkonzept mit dem Emissionshandel im Zentrum. Wenn der Markt innerhalb klarer Regeln entscheidet, setzen sich die besten Technologien durch. So erreichen wir wirksamen Klimaschutz ohne teure, marktverzerrende Subventionen.

Mentale Gesundheit junger Menschen stärken

Welche konkreten Maßnahmen ergreifen die GRÜNEN Baden-Württemberg zur Förderung der psychischen Gesundheit junger Menschen und zum Ausbau niedrigschwelliger Unterstützungsangebote?

Für uns GRÜNEN ist die psychische Gesundheit junger Menschen ein zentrales Zukunftsthema. Sie wird als integraler Bestandteil von Gesundheits- und Sozialpolitik anerkannt, und Prävention setzen wir frühzeitig an. Dazu gehört der Ausbau psychosozialer Beratungsstrukturen, individuelle Unterstützung und der Abbau von Zugangsbarrieren zu Therapie- und Unterstützungsangeboten. Gemeinsam mit der grün geführten Landesregierung wurden zusätzliche Plätze in der Kinder- und Jugendpsychiatrie geschaffen. Für 2025/26 sind erhebliche Landesmittel, rund 80 Millionen Euro, für die psychiatrische Versorgung an Unikliniken vorgesehen, um die fachliche Versorgung insbesondere bei Belastungen durch Pandemie, soziale Ungleichheit oder familiäre Krisen zu stärken.

Frühzeitige Prävention ist uns besonders wichtig: Schulsozialarbeit, Mobile Jugendarbeit und psychosoziale Beratungsstellen werden gestärkt, um junge Menschen bereits vor der Eskalation von Problemen zu erreichen. Diese Angebote bauen Vertrauen auf, reduzieren Stigmatisierung und eröffnen Zugänge zu weiterführender Hilfe. Außerdem soll psychosoziale Expertise an Schulen ausgebaut werden, etwa durch mehr Schulpsycholog*innen und Präventionsprogramme, die Lebenskompetenzen und Resilienz fördern, sodass Belastungen früh erkannt und adressiert werden können.

Zusätzlich wollen wir zentrale Anlaufstellen für junge Menschen in psychischer Not etablieren und Strategien gegen Einsamkeit entwickeln. Diese Angebote sollen Orientierung, Beratung und Unterstützung bieten, sowohl vor Ort als auch digital oder über Peer-to-Peer-Ansätze.

Insgesamt verfolgen wir einen ganzheitlichen Ansatz, der Gesundheitsversorgung, Sozialarbeit und Jugendhilfe miteinander verzahnt. Ziel ist es, psychische Gesundheit nicht nur zu behandeln, sondern von Anfang an zu stärken und jungen Menschen die nötige Unterstützung und Sicherheit für ihre persönliche Entwicklung zu geben.

Wie stellen sich die GRÜNEN gegen Kürzungen bei Präventions-, Beratungs- und Interventionsangeboten auf kommunaler Ebene?

Die GRÜNEN Baden-Württemberg stellen sich klar gegen Kürzungen bei Präventions-, Beratungs- und Interventionsangeboten auf kommunaler Ebene. Diese Angebote sind kein freiwilliger Zusatz, sondern ein zentraler Bestandteil der sozialen Infrastruktur und unverzichtbar für den Schutz, die Stabilisierung und die Entwicklung junger Menschen. Gerade in Krisenzeiten zeigt sich, dass frühzeitige Prävention und verlässliche Beratung langfristig Kosten im Gesundheits- und Sozialsystem sparen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken.

Deshalb setzen wir uns für stabile und langfristig gesicherte Förderstrukturen ein, insbesondere für Schulsozialarbeit, Mobile Jugendarbeit und psychosoziale Beratungsangebote. Träger und Kommunen müssen Planungssicherheit haben, damit Fachkräfte gehalten und bedarfsgerechte Angebote dauerhaft vorgehalten werden können. Das Land soll Kommunen gezielt über landesweite, zweckgebundene Förderprogramme unterstützen insbesondere bei Schulsozialarbeit, Mobiler- und Offener Jugendarbeit sowie psychosozialen Beratungs- und Präventionsangeboten. So wird sichergestellt, dass Prävention verlässlich finanziert ist und nicht von der jeweiligen kommunalen Haushaltslage abhängt.

Unser Ansatz ist dabei ganzheitlich und lebensnah: Präventions- und Unterstützungsangebote müssen dort erreichbar sein, wo junge Menschen ihren Alltag verbringen: in Schulen, im Freizeit- und Ehrenamtsbereich, in der offenen Jugendarbeit und zunehmend auch digital. Niedrigschwellige Zugänge, unbürokratische Verfahren und vertrauensvolle Anlaufstellen sorgen dafür, dass Belastungen früh erkannt und Hilfen rechtzeitig wirksam werden.

Für uns GRÜNE ist klar: Wer an Prävention spart, zahlt später einen hohen Preis, sozial, gesundheitlich und gesellschaftlich. Deshalb kämpfen wir für den dauerhaften Erhalt und die Weiterentwicklung dieser Angebote und für eine Politik, die Verantwortung übernimmt, bevor Krisen eskalieren.

Welche Priorität räumt die CDU Baden-Württemberg der psychischen Gesundheit junger Menschen ein – und welche konkreten Maßnahmen folgen daraus? Wie stellt sich die CDU gegen Kürzungen bei Präventions-, Beratungs- und Unterstützungsangeboten auf kommunaler Ebene?

Die mentale Gesundheit junger Menschen ist uns ein zentrales Anliegen. Deshalb unterstützen wir den Ausbau von Präventionsangeboten und niedrigschwelligen Hilfen speziell für Kinder und Jugendliche. Für uns ist dabei entscheidend, früh und niederschwellig anzusetzen: in Familien, Kitas, Schulen, Vereinen und der Jugendsozialarbeit. Bestehende Beratungsstellen müssen besser vernetzt, Wartezeiten verkürzt und digitale Angebote sinnvoll ergänzt werden. Ziel ist es, jungen Menschen schnell, verlässlich und passgenau zu helfen – bevor Probleme sich verfestigen.

Das Land unternimmt große Anstrengungen, um die Kreise und Kommunen angesichts der großen finanziellen Herausforderungen, vor denen sie stehen, zu unterstützen. So wurden allein im Jahr 2024 mit dem sogenannten Sofortprogramm zusätzliche Mittel im Umfang von 579 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Angeschlossen hat sich 2025 die vorgezogene Ausschüttung von Mitteln nach dem Finanzausgleichsgesetz, um die Liquidität der Kommunen zu stärken. Und den bisherigen Schlusspunkt setzt der Nachtragshaushalt 2026/2026, mit dem das Land 8,75 Mrd. Euro aus dem Sondervermögen Bundes für Investitionen von Ländern und Kommunen direkt und ohne konkrete Zweckbindung an die Kommunen weiterleitet. Ergänzt wird diese Summe um 550 Mio. Euro aus Landesmitteln und ein Großteil der 4,35 Mrd. Euro, die aus dem Sondervermögen beim Land verbleiben, werden zu einem Großteil ebenfalls in der Fläche investiert und damit den Kommunen zu Gute kommen.

Wir sind überzeugt davon, dass unsere Kommunen schon aus ihrem eigenen Selbstverständnis heraus die Freiräume, die sich daraus ergeben, verantwortungsvoll nutzen und dabei auch gezielt und bewusst ihre Präventions-, Beratungs- und Unterstützungsangebote in den Blick nehmen werden.

Welche konkreten Maßnahmen ergreift die SPD Baden-Württemberg, um die psychische Gesundheit junger Menschen zu stärken und Unterstützungsangebote auszubauen? Wie stellt sich die SPD entschieden gegen Kürzungen bei Präventions-, Beratungs- und Interventionsangeboten auf kommunaler Ebene?

Gute psychiatrische und psychotherapeutische Versorgung muss bedarfsgerecht sein und eine den Leitlinien entsprechende Behandlung über alle Versorgungsbereiche hinweg bieten.

Stationäre Akutbehandlung, Anschlussversorgung und ambulante Hilfen sind nahtlos und durchgängig miteinander zu verbinden. Im ambulanten Bereich müssen Bedarfe realistisch geplant werden. Wir ergreifen Maßnahmen, um die Wartezeiten für ambulante und stationäre Behandlungen deutlich zu verkürzen. Wir stellen mehr Plätze in Kinder- und Jugendpsychiatrien zur Verfügung sowie teilstationäre Angebote und Angebote für junge Erwachsene.

Aus der Sicht der SPD muss aber auch die mentale Gesundheit in den Lebenswelten der Kinder und Jugendlichen, insbesondere in den Bildungseinrichtungen gestärkt werden: Schulsozialarbeit und psychologische Fachkräfte gehören für uns deshalb dauerhaft zur Struktur jeder Schule. Schulsozialarbeit leistet einen zentralen Beitrag für gelingende Bildung und Teilhabe. Wir bauen diese flächendeckend aus und sichern die Hälfte der Finanzierung durch das Land. Die schulpsychologische Unterstützung verbessern wir ebenso.

Ohne verlässliche Einnahmen können Rathäuser keine sozialen Angebote fördern, keine Feuerwehr ausstatten und keine Klimaanpassung vorantreiben. Verschuldete Gemeinden verlieren Gestaltungskraft und büßen demokratische Glaubwürdigkeit ein. Solide Finanzen sind daher die Voraussetzung für jede andere kommunale Aufgabe. Wir wälzen die Kosten der Landespolitik nicht auf die Kommunen ab.

Wer auf Landesebene neue Pflichten erlässt, finanziert sie künftig vollständig und dynamisch. Damit beenden wir den jahrelangen Kostendurchmarsch von oben nach unten, der Kassen leerfegt und Bürgerdienste bedroht. Eine Verfassungsänderung schafft Rechtsklarheit und verhindert Dauerstreit vor Gericht. Wenn die Finanzkraft der Kommunen gestärkt wird, brauchen dort keine Sparhaushalte aufgestellt werden.

 

Welche Maßnahmen plant die FDP/DVP Baden-Württemberg zur Stärkung der psychischen Gesundheit junger Menschen und zur Ausweitung präventiver Angebote?

Die Jugend von heute ist deutlich stärkeren und vielfältigeren Belastungen ausgesetzt als in früheren Zeiten. Insbesondere die ständige Erreichbarkeit sowie die permanente Konfrontation mit Selbstbildern und Erwartungen im digitalen Raum bringen neue Herausforderungen und Probleme mit sich. Diese Entwicklungen wirken sich zunehmend auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen aus.

Als FDP ist uns bewusst, dass das Angebot an qualifizierten Gesundheits- und Unterstützungsleistungen für Kinder und Jugendliche weiterentwickelt werden sollte. Genau aus diesem Grund fordern wir in unserem Wahlprogramm ausdrücklich, dass die „psychiatrische und psychotherapeutische Versorgung von Kindern und Jugendlichen verbessert wird“.

Wir Freie Demokraten setzen gesundheitspolitisch insgesamt auf Prävention, Gesundheitsförderung und Gesundheitskompetenz. Frühe Unterstützung verhindert spätere Krisen und entlastet das System. Deshalb machen wir uns auch dafür stark, dass an Schulen mehr Schulpsychologie und mehr Schulsozialarbeit verfügbar sind und dass diese Angebote strukturell besser zusammenarbeiten, etwa in multiprofessionellen Teams.

Wir halten es für entscheidend, dass Unterstützung niedrigschwellig erreichbar ist und nicht an fehlenden Kapazitäten scheitert. Unser Ziel ist es, frühzeitige Hilfe, eine bessere Versorgungslage und verlässliche Unterstützungsstrukturen zu schaffen, um junge Menschen in ihrer Entwicklung wirksam zu stärken.

Wie will die FDP/DVP trotz knapper Haushalte Präventions- und Unterstützungsangebote auf kommunaler Ebene sichern?

Wir wollen die Landeszuschüsse fortschreiben und mit einer wachstumsorientierten Politik für mehr Handlungsspielraum der Kommunen sorgen. Diese entlasten wir zudem durch eine umfassende Verwaltungsreform und den Abbau von Bürokratie. Zudem wollen wir Haushaltsmittel stärker auf wirksame Kernaufgaben und Zukunftsinvestitionen konzentrieren und dafür eine konsequente Aufgabenkritik sowie mehr Effizienz im Staat. In einem solchen Ansatz liegt für uns der Schlüssel, um gerade wirksame Präventions- und Unterstützungsstrukturen nicht ständig „unter Finanzierungsvorbehalt“ zu stellen.

Wir leiten daraus ab: Prävention und Unterstützung sollen auf kommunaler Ebene vor allem über klare Prioritätensetzung, Entbürokratisierung und bessere Verzahnung bestehender Strukturen gesichert werden, statt immer neue Parallelprogramme aufzubauen. Wo Landesmittel eingesetzt werden, müssen sie so gestaltet sein, dass Kommunen und Träger sie mit vertretbarem Aufwand abrufen und dauerhaft nutzen können.

Starke Strukturen für Kinder- und Jugendarbeit

Setzen sich die GRÜNEN Baden-Württemberg für einen verbindlichen Bündnisschutz der Kinder- und Jugendarbeit in der Legislatur 2026–2031 ein?

Wir setzen uns klar für einen verbindlichen Bündnisschutz der Kinder- und Jugendarbeit in der Legislatur 2026–2031 ein. Wir bekennen uns zur Fortführung des Masterplans Jugend und arbeiten gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Partner*innen daran, die langfristigen Ziele der Kinder- und Jugendarbeit verlässlich abzusichern.

Das umfasst die dauerhafte Sicherung bestehender Strukturen, eine verlässliche Finanzierung sowie die langfristige Planung und Unterstützung von Programmen wie Jugendverbandsarbeit, Freiwilligendiensten und anderen Initiativen, die jungen Menschen Freiräume, Teilhabe und politische Bildung ermöglichen.

Wie stellen die GRÜNEN die zivilgesellschaftliche Stellung von Jugendverbänden und Jugendringen als Interessensvertretung junger Menschen und Werkstätten der Demokratie sicher?

Jugendverbände und Jugendringe sind zentrale Interessenvertretungen junger Menschen und Werkstätten demokratischer Bildung. Die GRÜNEN setzen sich für ihre finanzielle, rechtliche und strukturelle Stärkung ein, etwa durch institutionelle Förderung, Beteiligung in politischen Prozessen und Unterstützung bei der Digitalisierung und Professionalisierung.

Welche Maßnahmen planen die GRÜNEN zum Erhalt, zur Sanierung und zur klimagerechten Modernisierung gemeinnütziger Jugendbildungs-, Freizeit- und Übernachtungsstätten?

Der Erhalt und die Sanierung und klimagerechte Modernisierung gemeinnütziger Jugendbildungs-, Freizeit- und Übernachtungsstätten ist uns ein großes Anliegen. In den wenigsten Fällen werden solche Einrichtungen allerdings direkt vom Land betrieben. Deswegen können wir hier nur indirekt zu einer Lösung beitragen, nämlich über

  • die Verdopplung der Mittel für die energetische Sanierung von Landesliegenschaften (Schulen, öffentliche Gebäude)
  • Allgemeine Förderansätze für energetische Sanierung im Gebäudebestand
  • Und natürlich über die oben schon genannte Klimamilliarde für Kommunen, die grundsätzlich auch gemeinnützige Infrastruktur unterstützen kann

Wie positionieren sich die GRÜNEN Baden-Württemberg zur Novellierung des Freistellungsgesetzes im Sinne junger Engagierter?

Als Grüne Baden-Württemberg setzen wir uns für eine Novellierung des Freistellungsgesetzes ein, um junge Engagierte in ihrem ehrenamtlichen oder freiwilligen Engagement besser zu unterstützen. Ziel ist es, Freistellungen für Schülerinnen, Schüler, Auszubildende und Studierende zu erleichtern, bürokratische Hürden abzubauen, eine angemessene Anerkennung der geleisteten Zeit zu gewährleisten und bezahlte Freistellungen zu prüfen.

So sollen junge Menschen ihr Engagement mit Schule, Ausbildung oder Studium vereinbaren können, ohne dass es zu Konflikten mit anderen Verpflichtungen kommt. Außerdem möchten wir das Gesetz durch Informationskampagnen bekannter machen.

Setzt sich die CDU Baden-Württemberg klar für einen verbindlichen Bündnisschutz der Kinder- und Jugendarbeit in der Legislatur 2026–2031 ein? Wie stärkt die CDU Jugendverbände und Jugendringe als Interessensvertretung junger Menschen und Werkstätten der Demokratie? Welche Maßnahmen plant die CDU zum Erhalt, zur Sanierung und Modernisierung von Jugendbildungs-, Freizeit- und Übernachtungsstätten? Wie steht die CDU Baden-Württemberg zu einer zeitgemäßen Reform des Freistellungsgesetzes?

Mit dem Masterplan Jugend verfügt Baden-Württemberg über eine umfassende landespolitische Strategie zur Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendarbeit. Hier erarbeiten Vertreterinnen und Vertreter des federführenden Sozialministeriums, des Kultusministeriums, des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, der Kommunalen Landesverbände gemeinsam mit den Vertretungen der Verbände der Kinder- und Jugendarbeit und der Jugendsozialarbeit gemeinsam Maßnahmen und Projekte, um die Strukturen und Angebote der Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit nachhaltig und ressortübergreifend weiterzuentwickeln und zu fördern. Für den Masterplan Jugend stellt der Landtag in den Jahren 2025 und 2026 jeweils mehr als 26 Mio. Euro bereit.

Essentieller Teil des Masterplans ist der sogenannte Bündnisschutz, zu dem wir uns auch für die nächste Legislaturperiode bekennen.

Der Handlungsbedarf im Bereich Erhalt, Sanierung und Modernisierung von Jugendbildungs-, Freizeit- und Übernachtungsstätten ist unbestritten. Was diesbezüglich über die bestehenden Landesförderungen hinaus zukünftig getan werden kann, hängt wesentlich von den zukünftigen finanzpolitischen Spielräumen ab, die wiederum davon abhängen, wie sich die gesamtwirtschaftliche Situation entwickelt.

Für Gespräche über eine Weiterentwicklung des Freistellungsgesetzes sind wir offen.

Setzt sich die SPD Baden-Württemberg für einen verbindlichen Bündnisschutz der Kinder- und Jugendarbeit in der Legislaturperiode 2026–2031 ein? Wie stellt die SPD die gesellschaftliche Stellung der Jugendverbände und Jugendringe als Interessensvertretung junger Menschen und Werkstätten der Demokratie sicher? Welche Initiativen plant die SPD zum Erhalt, zur Sanierung und zur Modernisierung gemeinnütziger Jugendbildungs-, Freizeit- und Übernachtungsstätten? Wie steht die SPD Baden-Württemberg zu einer Reform des Freistellungsgesetzes im Sinne junger Engagierter?

Wir werden den „Masterplan Jugend“ weiter vorantreiben und stärken. Er muss in Absprache mit den Beteiligten in eine bessere Kinder- und Jugendhilfeplanung auf Landesebene eingebunden werden. Wichtig für uns ist, dass die Förderrichtlinien so ausgestaltet werden, dass Planungssicherheit für die Verbände besteht und die Mittel tatsächlich komplett abgerufen werden können. Möglichst viele Kinder und Jugendliche sollen davon profitieren.

Und selbstverständlich müssen dabei auch Mittel für den Erhalt, zur Sanierung und zur Modernisierung gemeinnütziger Jugendbildungs-, Freizeit- und Übernachtungsstätten vorhanden sein.

Kinder- und Jugendverbände sind für uns originäre Aktionsfelder, die die Partizipation von Kindern und Jugendlichen ermöglichen. Sie sind Plattformen des selbstorganisierten Engagements und geben jungen Menschen Gestaltungs-, Teilhabe- und Entscheidungsoptionen, die sie sonst nicht haben. So wirken sie als Werkstätten der Demokratie. Dort erfahren und lernen junge Menschen Fähigkeiten und Haltungen, die im politischen Leben nötig sind, nicht nur theoretisch. Sie erleben, was Mitbestimmung bedeutet. Auch wenn nicht alle Formate der Jugendverbände als politische Bildungsmaßnahmen begriffen werden können und sollen – in Kinder- und Jugendverbänden, wie z.B. Sportvereinen, Jugendfeuerwehren, kirchlichen oder politischen Jugendorganisationen, können junge Menschen gestalten, teilhaben und entscheiden. Sie erfahren, was selbst organisiertes Engagement und echte Beteiligung ausmachen und was sich da-mit alles bewirken lässt.

Vereine, Initiativen und Ehrenamtliche, die sich für die Demokratie oder für den Zusammenhalt der Gesellschaft einsetzen, fördern wir strukturell und finanziell. Hierzu ist die Einführung eines Landesprogramms „Wehrhafte Demokratie“ vorgesehen, dass Projekte zivilgesellschaftlicher Akteur:innen im Bereich Demokra-tieförderung und Extremismusprävention nachhaltig finanziell absichert.

Setzt sich die FDP Baden-Württemberg für einen klaren und verlässlichen Bündnisschutz der Kinder- und Jugendarbeit in der Legislatur 2026–2031 ein?

Wir Freie Demokraten bekennen uns zur Bedeutung der Kinder- und Jugendarbeit als eigenständigem Bereich gesellschaftlichen Engagements, politischer Bildung und demokratischer Teilhabe. Sie ist aus unserer Sicht kein nachrangiger freiwilliger Leistungsbereich, sondern ein wichtiger Bestandteil einer lebendigen Zivilgesellschaft.

Wir setzen auf verlässliche, transparente und planbare Rahmenbedingungen, die Trägern der Kinder- und Jugendarbeit Handlungssicherheit geben, ohne sie durch starre Schutzklauseln oder zusätzliche Regulierungen einzuengen. Wir verfolgen dabei den Grundsatz, dass Förderstrukturen verlässlich, nachvollziehbar und langfristig angelegt sein müssen. Gleichzeitig halten wir es für notwendig, Förderpolitik regelmäßig auf Zielgenauigkeit, Wirkung und Bürokratieaufwand zu überprüfen.

Wie stellt die FDP die Stellung der Jugendverbände und Jugendringe als Interessensvertretung junger Menschen und Werkstätten der Demokratie sicher?

Wir Freie Demokraten erkennen die wichtige Rolle von Jugendverbänden und Jugendringen für demokratische Bildung, gesellschaftliches Engagement und politische Meinungsbildung an. Sie leisten einen zentralen Beitrag zur Vermittlung demokratischer Kompetenzen und zur Stärkung des Ehrenamts. Wir setzen uns dafür ein, dass diese Arbeit unter verlässlichen und bürokratiearmen Rahmenbedingungen stattfinden kann.

Ehrenamtliches Engagement soll erleichtert und nicht durch übermäßige Nachweis- oder Berichtspflichten behindert werden.

Welche Maßnahmen plant die FDP zum Erhalt, zur Modernisierung und zur flexiblen Nutzung gemeinnütziger Jugendbildungs-, Freizeit- und Übernachtungsstätten?

Wir Freie Demokraten erkennen an, dass gemeinnützige Jugendbildungs-, Freizeit- und Übernachtungsstätten eine wichtige Infrastruktur für Jugendbildung, ehrenamtliches Engagement, außerschulisches Lernen und demokratische Bildung darstellen. Sie ermöglichen Angebote der Jugendverbände, Ferienfreizeiten, Bildungsmaßnahmen und Qualifizierungen, die ohne entsprechende Einrichtungen nicht realisierbar wären.

Wir setzen uns für investive Förderstrukturen ein, die den Erhalt und die Modernisierung gemeinnütziger Infrastruktur ermöglichen. Dazu gehören insbesondere Maßnahmen zur baulichen Sanierung, zur energetischen Modernisierung und zur digitalen Ausstattung. Förderprogramme müssen aus unserer Sicht unbürokratisch ausgestaltet sein und dürfen Träger nicht durch komplexe Antrags- und Nachweisverfahren überfordern.

Ein weiterer Schwerpunkt ist für uns die flexible Nutzung solcher Einrichtungen. Wir wollen rechtliche und förderrechtliche Rahmenbedingungen so ausgestalten, dass Mehrfachnutzungen – etwa für Bildung, Freizeit, Ehrenamt, Ganztags- oder Ferienangebote – möglich sind, ohne dass Fördermittel gefährdet oder zusätzliche Genehmigungshürden aufgebaut werden.

Wir sprechen uns zudem dafür aus, dass ehrenamtlich getragene Einrichtungen nicht durch steigende Auflagen, Dokumentationspflichten oder überzogene Standards faktisch in ihrer Existenz bedroht werden. Bürokratieabbau, Vertrauen in die Trägerstrukturen und praxistaugliche Regelungen sind für uns zentrale Voraussetzungen, um diese Infrastruktur langfristig zu sichern.

Wie positioniert sich die FDP Baden-Württemberg zur Novellierung des Freistellungsgesetzes?

Wir Freie Demokraten erkennen die Bedeutung ehrenamtlichen Engagements ausdrücklich an, auch im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit. Ehrenamtliches Engagement ist für uns ein tragender Pfeiler der Zivilgesellschaft und verdient Wertschätzung sowie praktikable Rahmenbedingungen. Wir setzen uns jedoch dafür ein, dass Regelungen zur Freistellung für ehrenamtliche Tätigkeiten praxistauglich, verhältnismäßig und ausgewogen ausgestaltet sind.

Eine Novellierung des Freistellungsgesetzes darf aus unserer Sicht weder zu unverhältnismäßigen Belastungen für Arbeitgeber führen noch neue bürokratische Hürden schaffen. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen müssen organisatorisch und wirtschaftlich handlungsfähig bleiben.

Wir stehen deshalb einer Ausweitung gesetzlicher Freistellungsansprüche mit Augenmaß gegenüber. Statt pauschaler oder verpflichtender Regelungen setzen wir auf flexible Lösungen, die betriebliche Belange berücksichtigen und auf Kooperation statt Zwang setzen. Freistellung soll ermöglicht werden, wo sie praktikabel ist, darf aber nicht automatisch oder losgelöst von den jeweiligen betrieblichen Rahmenbedingungen erfolgen.

Gleichzeitig halten wir es für sinnvoll, ehrenamtliches Engagement durch unbürokratische Verfahren, klare Regelungen und eine bessere Information über bestehende Freistellungsmöglichkeiten zu unterstützen. Wo Anpassungen am Freistellungsgesetz erfolgen, müssen diese rechtssicher, verständlich und einfach handhabbar sein.

Vision für ein jugendgerechtes Baden-Württemberg

Wie beschreiben die GRÜNEN Baden-Württemberg ihre Vision eines jugendgerechten, klimagerechten und solidarischen Baden-Württembergs?

Unsere Vision ist ein Baden-Württemberg, in dem junge Menschen nicht nur gehört, sondern beteiligt werden. Mit verbindlichem Rederecht ihrer Gremien und klaren Rückmeldungen, was übernommen wurde. Jugendgerecht heißt: starke Jugendräume, verlässliche Schul- und Sozialarbeit, ernst genommene mentale Gesundheit.

Klimagerecht heißt: Bus und Bahn im Takt, sichere Rad- und Fußwege, sanierte, kühle Gebäude und Orte, die auch im Sommer zum Bleiben einladen.

Solidarisch heißt: faire Chancen, und das unabhängig von Geldbeutel, Herkunft oder Wohnort, in Stadt wie Land. Wenn Wege kürzer, Angebote verlässlicher und Mitbestimmung wirksam wird, sind wir auf Kurs.

Welche jugendpolitischen Maßnahmen haben für die GRÜNEN dabei oberste Priorität?

In Baden-Württemberg setzen wir Grüne jugendpolitisch erstens auf den Ausbau und die Absicherung der Kinder- und Jugendarbeit sowie der Jugendsozialarbeit. Mit dem Masterplan Jugend werden Strukturen und Angebote der Jugendarbeit weiterentwickelt, der Landesjugendplan 2025/26 stellt u. a. dauerhaft Mittel für Jugendverbände, Jugendbildungs- und Jugenderholungsmaßnahmen bereit, und die Landesregierung finanziert die Schulsozialarbeit inzwischen mit jährlich fast 45 Mio. Euro.

Zweitens hat die Stärkung der Jugendbeteiligung für uns zentrale Priorität. Die Landesstrategie Kinder- und Jugendbeteiligung zielt darauf ab, Beteiligungsstrukturen systematisch auszubauen. Mit dem Landesjugendbeirat und Formaten wie dem Landesjugendforum BW gibt es feste Gremien, in denen junge Menschen die Landespolitik mitberaten und die Weiterentwicklung der Beteiligung aus ihrer Perspektive begleiten.

Drittens stehen konkrete Verbesserungen der Lebensbedingungen junger Menschen im Fokus – insbesondere bei Mobilität und Teilhabe. Mobilität soll, gerade für Ausbildung, Schule, Ehrenamt und Freiwilligendienste, dauerhaft bezahlbar bleiben. Über unsere Jugendprogramme fördern wir außerdem Projekte zu mentaler Gesundheit, Vielfalt und Partizipation; dazu zählen etwa „Vielfalt in Partizipation“ oder Angebote zur Stärkung der psychischen Gesundheit junger Menschen.

Zusammen mit dem massiven Ausbau der Schulsozialarbeit und der mobilen Jugendarbeit sowie LSBTTIQ-Beratungs- und Demokratieprojekten des Demokratiezentrums Baden-Württemberg ergibt sich ein klarer Schwerpunkt auf Prävention, Teilhabe und Schutz vor Diskriminierung.

Wie sieht die Vision der CDU Baden-Württemberg für ein jugendgerechtes, chancenreiches und zukunftsfestes Baden-Württemberg aus? Welche drei jugendpolitischen Maßnahmen haben für die CDU dabei oberste Priorität?

Unsere Vision als CDU für ein jugendgerechtes, chancenreiches und zukunftsfestes Baden-Württemberg ist ein wirtschaftlich starkes, gesellschaftlich stabiles und auf moderne Herausforderungen ausgerichtetes Land. Wir wollen, dass die jungen Menschen in unserem Land die gleichen Chancen auf gute Bildung, Teilhabe und gesicherte wirtschaftliche Lebensperspektiven bietet.

Drei zentrale Maßnahmen dafür sind:

Bildung und Ausbildung als Fundament für individuelle Chancen: Stärkung von frühkindlicher Bildung und ein an individuellen Begabungen orientiertes Schulsystem in dem Leistung ebenso wieder zählt wie die klassische Grundkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen. Als CDU stehen wir für das gleichberechtigte Nebeneinander von Master und Meister, also von akademischer und beruflicher Bildung, damit die jungen Menschen in Baden-Württemberg durchstarten können.

Weiterentwicklung des Masterplan Jugend, um durch Demokratiebildung, Medienkompetenz die politische und gesellschaftliche Partizipation von Kindern und Jugendlichen nachhaltig zu fördern.

Mehr Sicherheit im Alltag: damit junge Menschen in einer verlässlichen Umgebung ohne Angst vor Kriminalität aufwachsen können.

Wie beschreibt die SPD Baden-Württemberg ihre Vision eines solidarischen, gerechten und jugendgerechten Baden-Württembergs?

Für uns geht es um ein Baden-Württemberg, in dem wir alle gut und gerne leben.

Ein Land, in dem sichere Arbeitsplätze nicht die Ausnahme sind.

Ein Land, in dem Wohnen bezahlbar ist und Bildung allen die gleichen Chancen eröffnet.

Ein Land, in dem das Gesundheitssystem wirklich für die Menschen da ist.

Es darf nicht entscheidend sein, woher du kommst, sondern wohin du willst. Deshalb kämpfen wir von der SPD für gebührenfreie Bildung – von der Kita bis zum höchsten Bildungsabschluss, ob Master oder Meister. Die Talente von morgen brauchen starke Schulen.

Unser Ziel ist ein Baden-Württemberg, das wieder Mut macht: Ein Land, in dem Ideen Gestalt annehmen können. Ein Land, in dem Zusammenhalt stärker ist als die Angst vor Veränderung, in dem niemand zurückgelassen wird und jede Stimme zählt. Ein Land, in dem Chancen nicht vom Geldbeutel abhängen.

Welche drei jugendpolitischen Maßnahmen haben für die SPD dabei höchste Priorität?

  1. Gleiche und gute Bildungschancen für alle Kinder und Jugendlichen in Baden-Württemberg schaffen – unabhängig vom Einkommen der Eltern.
  2. Mehr Beteiligung von Kindern und Jugendlichen auf allen Ebenen und in jedem Alter.
  3. Schutz von Kindern und Jugendlichen.

Wie beschreibt die FDP Baden-Württemberg ihre Vision eines freiheitlichen, chancenorientierten und jugendgerechten Baden-Württembergs?

Wir Freie Demokraten wollen ein Baden-Württemberg, das jungen Menschen Freiheit, Chancen und Vertrauen bietet. Unser Ziel ist eine Politik, die Eigenverantwortung stärkt, Leistung ermöglicht und individuelle Lebensentwürfe respektiert. Junge Menschen sollen ihre Talente entfalten können – unabhängig von Herkunft, Wohnort oder sozialem Hintergrund.

Wir setzen auf eine starke Bildung, eine moderne Verwaltung, wirtschaftliche Dynamik und eine offene Gesellschaft, in der Mitgestaltung möglich ist, ohne Zwang oder Bevormundung.

Welche jugendpolitischen Maßnahmen haben für die FDP dabei höchste Priorität?

Wir Freie Demokraten setzen in der Jugendpolitik klare inhaltliche Prioritäten, die jungen Menschen echte Chancen eröffnen und sie in ihrer Selbstständigkeit stärken. Zentrale Grundlage ist für uns eine leistungsfähige, moderne und durchlässige Bildung. Wir wollen Schulen stärken, Bildung praxisnäher gestalten und jungen Menschen frühzeitig Kompetenzen vermitteln, die sie für Ausbildung, Studium, Beruf und gesellschaftliche Teilhabe benötigen. Dazu gehören insbesondere digitale Kompetenzen, politische Bildung sowie wirtschaftliches Grundverständnis.

Wir priorisieren zudem den Erhalt von Wahlfreiheit in Bildung und Betreuung. Staatliche Angebote sollen Vielfalt ermöglichen und dürfen junge Menschen und ihre Familien nicht in starre Modelle drängen. Das gilt insbesondere für den Ausbau des Ganztags, der qualitativ hochwertig, flexibel und verlässlich finanziert sein muss und außerschulische Akteure einbindet, ohne deren Eigenständigkeit zu gefährden.

Ein weiterer Schwerpunkt ist für uns die Stärkung von Beteiligung und demokratischer Kompetenz, ohne diese durch übermäßige Formalisierung zu entwerten. Wir wollen Beteiligung einfacher, digitaler und transparenter machen und jungen Menschen den Zugang zu politischen Prozessen erleichtern. Ziel ist es, demokratisches Engagement zu fördern, ohne es zu verpflichten oder durch Bürokratie zu hemmen.

Wir sehen darüber hinaus im Abbau von Bürokratie eine zentrale jugendpolitische Aufgabe. Bürokratische Hürden treffen junge Menschen besonders beim Übergang von Schule in Ausbildung, Studium, Beruf oder Selbstständigkeit. Deshalb setzen wir uns für schlanke Verwaltungsverfahren, digitale Antragswege und verständliche Regelungen ein. Das gilt auch für ehrenamtliches Engagement, das wir stärken wollen, indem wir es von unnötigen Auflagen entlasten.

Insgesamt verfolgen wir als FDP eine Jugendpolitik, die auf Vertrauen, Eigenverantwortung und Freiheit setzt – und jungen Menschen die Möglichkeit gibt, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten.

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