Wir sind dabei - Jugendarbeit inklusiv!

Wir sind dabei!

Wir fördern und begleiten bis Ende 2019 Einrichtungen und Organisationen der Kinder- und Jugendarbeit, die offener und einladend für alle sein möchten.

Ein Programm der Baden-Württemberg Stiftung, durchgeführt vom Landesjugendring

Von 2010 bis 2015 unterstützte die Baden-Württemberg Stiftung mit ihrem Programm „Wir sind dabei – Integration durch soziales Engagement“ Projekte zur kulturellen Öffnung von Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit. Herausgekommen ist ein bunter Strauß von Projekten, gestaltet und umgesetzt von jungen Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft, Sprachen und (Jugend-) Kulturen: vom Hip-Hop-Video über interkulturelle Frühstückswettbewerbe bis hin zu Inklusions- und Handarbeitsprojekten.

Nun heißt es aufs Neue: „Wir sind dabei!“, mit neuem Schwerpunkt. Wie lassen sich bestehende oder entstehende Angebote sowie formale und informelle Strukturen der Träger so gestalten, dass sie neue Zielgruppen erreichen können? Gemeinsam mit Einrichtungen der außerschulischen Kinder-und Jugendarbeit wollen wir neue Wege suchen und ausprobieren. Konkret geht es darum, diese unabhängig von Gender, Religion, sexueller Orientierung, ethnischer Herkunft, Fluchterfahrung, Behinderung, Bildungsbenachteiligung, usw. zu gestalten – kurz, von einem ganzheitlichen Inklusionsbegriff ausgehend: es sollen inklusive Angebote und Strukturen erschlossen werden.

Programmziel und Ablauf

Im Programm werden modellhaft bis zu 15 Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit unterstützt, die bereits Erfahrungen in der inklusiven Jugendarbeit gesammelt haben oder motiviert sind, diesen strukturöffnenden Weg neu zu beschreiten.

Den Organisationen und Einrichtungen der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit sollen Chancen eröffnet werden, ihre Arbeitsbereiche hinsichtlich einer inklusiven Jugendarbeit zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Inklusion soll dabei verstanden werden als ein Prozess der Organisationsentwicklung – hin zur Öffnung für Zielgruppen, die bisher selten oder gar nicht an den Angeboten der Organisation teilgenommen haben.

  • Im ersten Halbjahr 2017 entwickeln die am Programm interessierten Organisationen Ideen für eigene Praxisprojekte. Im Herbst wird eine von der Baden-Württemberg Stiftung zusammengestellte Jury unabhängiger Expert*innen über die am Programm teilnehmenden Organisationen entscheiden.
  • Diese können parallel zu einer Qualifizierungsreihe im ersten Halbjahr 2018 bereits erste Maßnahmen umsetzen und bewerten und ggf. ihre Praxisprojekte konzeptionell weiter schärfen oder ihre Ideen auf weitere Bereiche ihrer Organisation ausweiten.
  • Spätestens ab Mitte 2018 bis weit in das Jahr 2019 steht dann die Umsetzung und Evaluation der Maßnahmen an. Die Umsetzung wird mit einem Budget für Personal- und Sachmittel unterstützt.
  • Ende 2019 geht es an die gemeinsame Auswertung, die Planung um die Nachhaltigkeit der Projekte sicherzustellen sowie die Weitergabe von Wissen im Rahmen einer Handreichung und eines Fachtags.

Die 14 teilnehmenden Organisationen

In der aktuellen Förderperiode begleiten und fördern wir 14 Organisationen der Kinder- und Jugendarbeit mit diesen Projekten:

Badische Sportjugend im Badischen Sportbund

„Vielfalt im Sport – Wir schaffen das!“  Inhaltliche  Weiterentwicklung und Verankerung des Themas Vielfalt in den Strukturen der Badischen­ Sportjugend Freiburg durch Netzwerkarbeit und neugeschaffene inklusive Projekte.

Bund der Alevitischen Jugendlichen in Baden-Württemberg (BDAJ)

Alevitische Feriencamps inklusiv gestalten.

BUNDjugend Baden-Württemberg

„Neue Wege in die BUNDjugend“: Reflexion von Ausschlussmechanismen und Weiterentwicklung von Bedingungen zum Mitmachen in Gruppen und Gremien der BUNDjugend, insbesondere für Menschen mit niedriger formaler Bildung.

DIDF-Jugend Baden-Württemberg

Ein Interkulturelles Kreativ-Café gründen und aus ersten Erfahrungen dort für andere Ortsgruppen lernen.

SJD – Die Falken Baden Württemberg

Strukturiertes Follow-Up-Programm zu den Sommerfreizeiten mit Beteiligung von Jugendlichen mit queeren Erfahrungen/Identitäten und inklusive Weiterentwicklung desselben (zwei Sommerfreizeiten finden im Projektzeitraum statt).

Pfadfinderinnenschaft St. Georg (PSG Freiburg)

Aufbau einer inklusiven Stadtgruppe Freiburg, Ansprache vor allem von geflüchteten Mädchen, sowie Verbandsentwicklung hin zu einem offenen und vorurteilsbewussten Diözesanverband.

Kreisjugendring Esslingen

Etablierung eines*r „Inklusionsbeauftragter*n“, interne Weiterentwicklung und zwei Modellprojekte mit Modellträgern.

Kreisjugendring Ravensburg

„Vielfalt in Oberschwaben“ – Von der bunten Fußballliga bis zu Fortbildungsangeboten für Haupt- und Ehrenamtliche:  Diverse Maßnahmen zur Öffnung von Ring- und Verbandsstrukturen, insbesondere für junge Menschen mit Fluchterfahrung und LSBTTIQ-Identitäten.

Stadtjugendausschuss Karlsruhe

Gemeinsame inklusive Stärkung von Verbandlicher und Offener Jugendarbeit durch stadtweite AG und gemeinsam begleitete Pilotprojekte.

Stadtjugendring Lörrach

Eine abgestimmte Inklusionsstrategie der Mitgliedsorganisation erarbeiten. Gemeinsame Organisation eines „Vielfalt-Spektakels“.

Stadtjugendring Stuttgart

„Achtung Geschichte! – nicht stolpern!“: Erarbeitung von inklusiven Lernmaterialien im Bereich der politisch-historischen Jugendbildung durch Jugendliche mit unterschiedlichen Lebenserfahrungen im Rahmen eines inklusiven Prozesses. Außerdem inklusive Organisationsentwicklung im Fachbereich der politisch-historischen Jugendbildung.

FC Esslingen

„Fußballsozialarbeiter*in“ – Strukturen so aufbauen, dass soziales Engagement des Vereins im Sozialraum selbstverständlich wird.

Internationaler Bund Baden

Fortschreibung und Entwicklung von inklusiven Konzepten und Prozessen durch Erfahrungen aus Pilotprojekten.

In Via – Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit in der Erzdiözese Freiburg

Integration eines neuen Standorts hinsichtlich inklusionsförderlicher Strukturen und Weiterentwicklung der mädchenorientierten Sozialarbeit.

Angebote im Rahmen des Programms

Die Organisationen sollen in ihrer ganzen Breite erreicht und bestärkt werden, sodass wir nur von innen kommende Entwicklungsprozesse unterstützen. Anstelle einer Kontaktperson wird während des Projekts ein Team von Personen mit unterschiedlichen Rollen in der Organisation (z. B. Vorstand, Geschäftsführung, Bildungsreferierende, Ehrenamtliche…) in engem Austausch stehen und somit einen nachhaltigen Entwicklungsprozess unterstützen.

Qualifizierung

An insgesamt fünf Tagen im ersten Halbjahr 2018 fand eine Basisqualifizierung statt: hier lernten die Teilnehmenden aus den Jugendorganisationen Grundlagen der Organisationsentwicklung und der Inklusion in der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit kennen. Es ging um Wissen und Methoden zur Analyse der eigenen Struktur, das Schaffen von Zugängen, und darum, eigene Ideen zu kommunizieren, in die Praxis zu bringen und zu verstetigen.

Mindestens eine Schlüsselperson pro Organisation nahm zudem an einer modular angebotenen fünftägigen, vertiefenden Qualifizierung teil, in der es um Begleitung von Veränderungsprozessen in Organisationen und um Wissens- und Ergebnistransfer geht. An einem Abschlusstag im Mai 2019 kamen alle Teilnehmer*innen noch einmal zusammen.

Hier gibt’s zu den Dokumentationen der Basisqualifizierungen (jeweils als PDF-Download):

Beratung und Austausch

Systematische Begleitung sowie Beratung und gegenseitiger Austausch gehören zum Kern des Programms: in der Beratung durch die Mitarbeiter*innen der Programmfachstelle; mit individuellen, bedarfs- und stärkenorientierten Beratungseinheiten durch externe Berater*innen sowie durch Schlüsselpersonen aus anderen, am Programm teilnehmenden Organisationen und mit strukturiertem Austausch der teilnehmenden Organisationen untereinander.

Strukturförderung

Die Organisationen der Kinder- und Jugendarbeit erhalten zur Umsetzung ihrer Praxisprojekte finanzielle Unterstützung. Diese kann für nachweislich zur Projektumsetzung verwendete Sach- und Personalmittel verwendet werden.