Vielfalt und Inklusion als Thema für die Jugendarbeit in BW

Vielfalt und Inklusion

Jeder Mensch ist anders, entwickelt einen individuellen Charakter und einen eigenen Lebensstil. Aufgabe der Kinder- und Jugendarbeit ist es allen jungen Menschen Angebote zur Entfaltung ihrer Persönlichkeit zu bieten und Eigenverantwortung und Gemeinschaftsfähigkeit zu fördern.

Sie soll ihre Arbeit auf alle jungen Menschen ausrichten und  muss damit der Vielfalt an persönlichen, sozialen, kulturellen und migrationsbedingten Unterschieden, wie auch Genderaspekten gerecht werden. Wie in allen gesellschaftlichen Bereichen sind aber auch hier Machtverhältnisse und Vorstellungen von „Normalität“ strukturell von Bedeutung und bringen Diskriminierungs- bzw. Privilegierungsverhältnisse mit sich.

Vielfalt in der Jugendverbandsarbeit – eine Selbstverständlichkeit?

Wer ist in der Jugendverbandsarbeit privilegiert oder benachteiligt? Wie sieht die gerechte Verteilung hier aus? Die Jugendarbeit in Baden-Württemberg ist bunt und vielfältig, dennoch steht sie vor Herausforderungen, wenn es z.B. um die Beteiligung junger Menschen mit Migrationshintergrund oder mit körperlicher, geistiger oder psychischer Beeinträchtigung geht. Seit langem regt der Landesjugendring an, über Zugangsbarrieren und Abgrenzungsmechanismen, v.a. aufgrund von Herkunft oder Gender, in den Jugendverbänden und Jugendringen nachzudenken. Im Rahmen von Projekten konnten bereits verschiedene Veränderungsprozesse eingeleitet werden.

Zukünftig wollen wir stärker die Belange junger Menschen anderer sexueller Orientierung oder mit körperlicher, geistiger oder psychischer Beeinträchtigung aufgreifen. Ziel ist zu erreichen, dass alle Menschen so akzeptiert werden, wie sie sind und allen jungen Menschen Mitbestimmung, gleichberechtigte Teilhabe an allen gesellschaftlichen Bereichen sowie ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Inklusion denken und umsetzen

Das Konzept der Inklusion spielt eine wichtige Rolle. Es soll sicherstellen, dass jeder Mensch in vollem Umfang am gesellschaftlichen Leben teilhaben kann. Inklusion fordert und fördert ein unvoreingenommenes soziales Miteinander und knüpft damit an grundlegende Versprechen freiheitlich demokratischer Gesellschaften an: politische Teilhabe und soziale Gerechtigkeit. Um dies einzulösen, müssen auch in der Jugendverbandsarbeit weiterhin strukturelle Barrieren (in den Köpfen und an den Bauten) identifiziert und abgebaut werden.

Eine vielfältige und inklusive Gesellschaft kann nur gemeinsam gestaltet werden. Der Landesjugendring übernimmt seinen Part an dieser Aufgabe und setzt auf folgende Ansatzpunkte:

  • die eigenen Strukturen hinterfragen und verändern
  • Interessenvertretung junger Menschen mit Migrationhintergrund, anderer sexueller Orientierung oder körperlich, geistig, psychischer Beeinträchtigung ausbauen
  • Unterstützung von Projekten zur Stärkung der Vereine von Jugendlichen mit Migrationshintergrund (VJM)
  • Unterstützung der Mitgliedsorganisationen beim Ausbau ihrer inklusiven Jugendarbeit
  • Verankerung interkultureller Arbeit im Querschnitt der Jugendarbeit: wir sehen interkulturelle Kompetenz als Schlüsselqualifikation, die es bei allen Jugendlichen zu fördern gilt, um sie für ein Leben mit globalen Herausforderungen zu stärken
Portale - Grundlagen

Aktion Mensch
www.aktion-mensch.de
Portal zu Information, Projektförderung und Material

InkluMat – Internetplattform der Kreisjugendringe Rems-Murr e.V. und Esslingen e.V.
www.inklumat.de
Setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen: der Arbeitshilfe "Index für die Jugendarbeit zur Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung", einem Selbsttest zur Umsetzung von Inklusion, Methodenbeispielen, Glossar etc.

Portal des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zum Thema Inklusion
www.gemeinsam-einfach-machen.de

Landespolitik
Arbeitshilfen

Praxishandbuch Juleica-Ausbildung - Modul „Vorurteilsbewusstsein und Inklusion“
Vermittelt werden Grundlagen des inklusiven Miteinanders, die auch im Alltag des Jugendverbandes oder der Einrichtung hilfreich sind.
www.ljrberlin.de/service/publikationen/vorurteilsbewusstsein
Gedruckte Version - als Teil des Juleica-Praxishandbuchs bestellen unter:
www.ljrberlin.de/service/publikationen/praxishandbuch

Inklusion als Menschenrecht
Das Online-Handbuch "Inklusion als Menschenrecht" dient als praktisches Werkzeug auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft. Es ist eine Sammlung von Informationen, Übungen und Methoden zu den Themen Inklusion, Behinderung und Menschenrechte. Auf einer Zeitachse kann man herausfinden, wie Menschen mit Behinderungen von der Antike bis heute lebten, welche Rolle sie spielten und welche Rechte sie hatten. Mit unterschiedlichen Angeboten zu Theorie und Methodenvielfalt findet das Handbuch in vielfältigen pädagogischen Bereichen Anwendung und ermöglicht eine erste Auseinandersetzung mit dem Konzept der Inklusion.
www.inklusion-als-menschenrecht.de

Broschüren des IJAB zu Inklusion
www.ijab.de/publikationen/themen/inklusion/

Inklusion von A bis Z in internationalen Projekten von SALTO
www.salto-youth.net/rc/inclusion/inclusionpublications/inclusionforall/inclusionatoz/

Inklusionscheck und Infos im Projekt „auftrag inklusion“ der aej
www.auftrag-inklusion.de/standortbestimmung-inklusions-check

Inklusive Partizipation – Handbuch des International Falcon Movement  
www.dija.de/news/newsmeldung/date/partnerships-for-participation-deutsche-version-des-handbuchs-kinderbeteiligung-verfuegbar/

Filme

Inklusion ist 3,3 Minuten
www.youtube.com/watch?v=rI84_vZaZMc

Inklusion in 80 Sekunden
www.youtube.com/watch?v=COJyb3D_JjA

Barrierefreiheit

Im digitalen Bereich gibt es Barrieren, die es zu überwinden gilt: Durch barrierefreies Webdesign werden Texte für Menschen mit Sehbehinderung maschinell vorgelesen und Bilder beschrieben.

Infos zur Barrierefreiheit von Aktion Mensch
http://einfach-fuer-alle.de

Checkliste für barrierefreie Veranstaltungen (Stadt Wiesbaden)
www.wiesbaden-barrierefrei.de/downloads/Rogat/Checkliste.pdf

Barrierechercker – Der Paritätische NRW
www.paritaet-nrw.org/content/presse/veroeffentlichungen/barriere_checker/e47705/Barriere-CheckerNRWbarrierefrei.pdf

Leichte(re) Sprache

...ist für alle gut! Als alternativer Inhalt hilft sie Menschen mit Lese- oder Lernschwächen, aber auch Nicht-Muttersprachler*innen teilzuhaben.

"Ratgeber Leichte Sprache" des Bundesministerums für Arbeit und Soziales
www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Publikationen/a752-ratgeber-leichte-sprache.pdf;jsessionid=74F8D56B421E6F905D20C7E6044C2CAF?__blob=publicationFile&v=2

Online-Ratgeber
www.gemeinsam-einfach-machen.de/GEM/DE/AS/Leuchttuerme/Ratgeber/Ratgeber_LS/ratgeber_ls_node.html

Wörterbuch – leichte Sprache
http://lebenshilfe.de/de/leichte-sprache/woerterbuch/index.php

Regeln für Treffen und Tagungen
http://www.leichtesprache.org/images/Regeln_Tagungen.pdf

Wie sprechen und schreiben wir über Behinderung? 10 Tipps
www.behindertenbeauftragte.de/SharedDocs/Downloads/DE/Kniggerat.pdf?__blob=publicationFile
und http://leidmedien.de/

Reisen

Fachbereich Vielfalt und Inklusion

Fachvorständin: Beate Baur, Kreisjugendring Rems-Murr
Referentin: Gerlinde Röhm
Arbeitsform: AGs, Kommission

Thematische Schwerpunkte:

  • Inklusive Jugendarbeit in Jugendverbänden
  • Zusammenarbeit mit Vereinen junger Migranten*innen (Interessensvertretung, Empowerment) und anderen neuen Jugendorganisationen
  • Zusammenarbeit mit dem Netzwerk LSBTTIQ
  • Gestaltung einer antidiskriminierenden und diversitätsbewussten Jugendverbandsarbeit

Die Termine der Sitzungen sind unter Aktuelles/Termine zu finden und für Interessierte aus den Mitgliedsorganisationen offen.

Jugendarbeit für und mit jungen Geflüchteten

Die meisten jungen Flüchtlinge wollen Teil unserer Gesellschaft werden und eine gute Zukunftsperspektive für ihr Leben in Deutschland erarbeiten.

Sehr oft haben sie einen langen und schmerzhaften Fluchtweg hinter sich. Die Erfüllung und Berücksichtigung ihrer vielfältigen Bedürfnisse und Interessen muss sich, wie in der UN-Kinderrechtskonvention verbindlich geregelt, am Kindeswohl und Kindeswillen orientieren. Was auch immer die Motive für Flucht waren: alle jungen Menschen haben einen Anspruch auf eine erfüllte Zukunft.

Die Perspektive in Deutschland ist jedoch für viele unsicher, vor allem wenn es sich um begleitete und unbegleitete minderjährige Flüchtlinge handelt. Angesichts ihrer wachsenden Zahl können staatliche Einrichtungen den Anspruch auf umfassende Begleitung nicht leisten. Hier sind weitere gesellschaftliche Akteure gefragt. Der Landesjugendring, als Interessenvertretung aller jungen Menschen in Baden-Württemberg, setzt sich für die Anliegen von schutzsuchenden jungen Menschen ein und will mit den Stärken und Kompetenzen der Jugendarbeit zur Verbesserung ihrer Lebenssituation beitragen.

Um jungen Geflüchteten eine eigene Stimme und Raum zum Ausprobieren ihrer eigenen Ideen zu geben, hat die Vollversammlung den Youth Refugee Council (YRC) eingerichtet.

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